Pflegeheim in Hessen: Der durchschnittliche Eigenanteil
Der durchschnittliche Eigenanteil in einem hessischen Pflegeheim liegt im ersten Jahr bei 3.431 € im Monat, ab dem vierten Jahr bei 2.091 €. Das ist Platz 6 von 16, etwas über dem Bundesschnitt von 3.364 €.

So sinkt der Eigenanteil mit jedem Jahr
| Aufenthalt | Zuschlag der Kasse | Du zahlst in Hessen | Deutschland |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 335 € (15 Prozent) | 3.431 € | 3.364 € |
| 2. Jahr | 670 € (30 Prozent) | 3.096 € | 3.051 € |
| 3. Jahr | 1.117 € (50 Prozent) | 2.649 € | 2.633 € |
| ab dem 4. Jahr | 1.675 € (75 Prozent) | 2.091 € | 2.111 € |
Woraus sich der Betrag zusammensetzt
| Posten | Hessen | Deutschland |
|---|---|---|
| Pflege (einheitlicher Eigenanteil) | 2.233 € | 2.088 € |
| davon Ausbildung | 174 € | 150 € |
| Unterkunft und Verpflegung | 1.005 € | 1.068 € |
| Investitionskosten | 528 € | 521 € |
| Eigenanteil ohne Zuschlag | 3.766 € | 3.677 € |
Nah am Bundesschnitt, in allen Posten
Hessen fällt bei keinem Posten aus dem Rahmen. Die Werte im Vergleich zum Bund:
- Pflege und Ausbildung: 2.233 €, im Bund 2.088 €
- Unterkunft und Verpflegung: 1.005 €, im Bund 1.068 €
- Investitionskosten: 528 €, im Bund 521 €
Der Pflegeanteil ist etwas höher als im Schnitt, Unterkunft und Verpflegung etwas niedriger. Weil der Zuschlag der Kasse nur den Pflegeanteil senkt, fällt der Eigenanteil über die Jahre ähnlich wie im Bundesschnitt: von 3.431 € auf 2.091 €, im Bund von 3.364 € auf 2.111 €.
Flächenland mit sechs Nachbarn
Hessen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an sechs Länder, deren Heimkosten weit auseinanderliegen. Teurer sind im ersten Jahr Nordrhein-Westfalen mit 3.671 € und Baden-Württemberg mit 3.657 €. Günstiger sind Rheinland-Pfalz mit 3.289 €, Bayern mit 3.270 €, Thüringen mit 3.163 € und Niedersachsen mit 3.008 €.
Die Zahlen sind Durchschnitte aller Heime im Land. Für ein bestimmtes Heim zählt dessen Preisliste.
Was tun, wenn die Rente nicht reicht
In Hessen zahlt das Sozialamt des Landkreises oder der kreisfreien Stadt den Rest als Hilfe zur Pflege. Vorher wird das Ersparte eingesetzt, bis auf 10.000 € je Person. Ein Haus, in dem der Ehepartner noch wohnt, bleibt geschützt.
Kinder zahlen erst, wenn eines von ihnen im Jahr Einkünfte von mehr als 100.000 € hat. Das Einkommen von Schwiegerkindern zählt nicht. Einzelheiten unter Elternunterhalt.
Tipps für die Heimsuche in Hessen
- Hol dir von mindestens zwei Heimen die Preisliste und vergleiche den Eigenanteil, nicht den Gesamtpreis.
- Frag nach den Investitionskosten. Sie ändern sich nicht mit der Zeit im Heim und zählen deshalb über Jahre.
- Kläre, ob das Heim eine Vereinbarung mit dem Sozialamt hat, falls das Geld später nicht reicht.
- Rechne deinen Fall mit dem Heimkosten-Rechner für alle vier Jahre durch.
Hessen im Vergleich mit den Nachbarn
| Bundesland | 1. Jahr im Monat | Unterschied |
|---|---|---|
| Hessen | 3.431 € | |
| Nordrhein-Westfalen | 3.671 € | +240 € |
| Niedersachsen | 3.008 € | −423 € |
| Thüringen | 3.163 € | −268 € |
| Bayern | 3.270 € | −161 € |
| Baden-Württemberg | 3.657 € | +226 € |
| Rheinland-Pfalz | 3.289 € | −142 € |
Häufige Fragen
Wie hoch ist der durchschnittliche Eigenanteil im Pflegeheim in Hessen?
Im ersten Jahr 3.431 € im Monat, im zweiten 3.096 €, im dritten 2.649 € und ab dem vierten Jahr 2.091 €.
Ist das Pflegeheim in Hessen teurer als im Bundesschnitt?
Etwas. Im ersten Jahr zahlst du in Hessen 3.431 €, im Bundesschnitt 3.364 €. Der Unterschied kommt vor allem vom Pflegeanteil.
Zahlen Menschen mit Pflegegrad 4 in Hessen mehr?
Nein, der Eigenanteil ist in jedem Heim für Pflegegrad 2 bis 5 gleich. Bei Pflegegrad 4 zahlt nur die Kasse mehr, nämlich 1.855 € im Monat an das Heim.
Kann man die Heimkosten in Hessen von der Steuer absetzen?
Ja, wie überall als außergewöhnliche Belastung. Vom Eigenanteil werden die Haushaltsersparnis von 12.348 € im Jahr und die zumutbare Belastung abgezogen, wenn die eigene Wohnung aufgegeben wurde.