Badumbau im Alter: was er kostet und was die Pflegekasse zahlt
Den größten Unterschied im Bad macht meist der Weg von der Wanne zur Dusche: 3.000 bis 7.000 € mit Einbau. Ein komplett barrierefreies Bad kostet 8.000 bis 30.000 €. Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € dazu, den Antrag stellst du vor dem Umbau.

| Umbau | Preis | Nach Zuschuss ab |
|---|---|---|
| Badewanne raus, Dusche rein | 3.000 bis 7.000 € | 0 € |
| Bodengleiche | 2.500 bis 8.000 € | 0 € |
| Komplettes barrierefreies Bad | 8.000 bis 30.000 € | 3.820 € |
| Wannentür in vorhandene Badewanne nachrüsten | 2.000 bis 5.000 € | 0 € |
| Badewannenlift, Kaufpreis | 200 bis 3.000 € | Krankenkasse |
| Barrierefreies WC einbauen | 1.900 bis 3.000 € | 0 € |
| Haltegriffe und Stützklappgriffe | 60 bis 600 € | Krankenkasse |
Worauf du bei Angeboten achtest
- Mindestens zwei Angebote mit Aufmaß vor Ort einholen
- Preis mit Einbau, Mehrwertsteuer und Wartung im ersten Jahr vergleichen
- Den Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen, bevor du den Auftrag unterschreibst
- Alle nötigen Umbauten in einem Antrag bündeln, sie zählen als eine Maßnahme
Die Kosten je Umbau
- Badewanne raus, Dusche rein: 3.000 bis 7.000 €
- Bodengleiche Dusche als vollständiger Umbau: 2.500 bis 8.000 €
- Wannentür in die vorhandene Wanne: 2.000 bis 5.000 €
- Barrierefreies WC mit Stützgriffen: 1.900 bis 3.000 €
- Haltegriff je Stück ohne Montage: 60 bis 600 €
- Duschklappsitz an der Wand: 100 bis 350 €
- Komplettes barrierefreies Bad: 8.000 bis 30.000 €
- Badewannenlift: 200 bis 3.000 €, mit Rezept zahlt die Krankenkasse bis auf eine kleine Zuzahlung
Die Spannen sind breit, weil jedes Bad anders ist. Liegen Abfluss und Leitungen günstig, bleibt der Preis unten. Muss der Boden aufgestemmt, der Abfluss versetzt oder neu gefliest werden, steigt er schnell.
Was die Pflegekasse zahlt und was die Krankenkasse
Hier zahlen zwei verschiedene Kassen. Die Pflegekasse zahlt Umbauten, die fest mit der Wohnung verbunden sind: Dusche statt Wanne, Wannentür, WC höher setzen, fest montierte Griffe, breitere Tür. Dafür gibt es ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 € je Maßnahme, ohne Eigenanteil.
Die Krankenkasse zahlt Hilfsmittel, die man wieder wegnehmen kann: Badewannenlift, Duschhocker, Toilettensitzerhöhung. Dafür brauchst du ein Rezept, aber keinen Pflegegrad. Es bleibt eine Zuzahlung von 10 Prozent, mindestens 5 € und höchstens 10 €. Das Gute daran: Hilfsmittel schmälern den Zuschuss für den Umbau nicht.
Für die Planung heißt das: Erst klären, was als Hilfsmittel geht, dann den Umbau beantragen. Alle Umbauten, die jetzt nötig sind, gehören in einen Antrag, denn sie zählen zusammen als eine Maßnahme. Wird gleichzeitig ein Treppenlift gebraucht, gehört er mit hinein, und der Zuschuss kommt einmal für beides. Mehr unter Zuschuss für den Badumbau.
Ohne Pflegegrad: diese Wege gibt es
Ohne Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nichts. Die Krankenkasse zahlt auch dann keinen Umbau, nur Hilfsmittel mit Rezept. Für den Umbau bleiben:
- Der Förderkredit 159 der KfW für altersgerechtes Umbauen. Den Zuschuss 455-B nimmt die KfW für 2026 nicht mehr an, das Geld ist aufgebraucht.
- Die Landesprogramme in Bayern und Hamburg für barrierefreien Umbau.
- Die Steuer: Der Arbeitslohn der Handwerker bringt nach § 35a bis zu 1.200 € Ermäßigung im Jahr. Ist der Umbau wegen Krankheit oder Behinderung nötig, zählen die Kosten auch als außergewöhnliche Belastung.
Ein Schwerbehindertenausweis allein bringt keinen Zuschuss, hilft aber bei der Steuer. Wer schon Hilfe im Alltag braucht, sollte den Pflegegrad beantragen. Mit ihm kommen neben dem Zuschuss für den Umbau weitere Leistungen, etwa der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat.
Umbau an einem Tag oder in mehreren Wochen
Viele Anbieter werben mit dem Badumbau an einem Tag. Gemeint ist meist der Tausch der Wanne gegen eine flache Duschwanne mit Wandplatten, ohne neue Fliesen und ohne Arbeit am Boden. Das geht tatsächlich schnell und macht wenig Schmutz. Bodengleich ist das Ergebnis aber meist nicht, eine flache Kante bleibt.
Eine geflieste, bodengleiche Dusche braucht mehr Zeit: Boden öffnen, Abfluss legen, abdichten, trocknen lassen, fliesen. Rechne mit mehreren Tagen. Ein komplettes Bad mit neuem WC, Waschbecken und Leitungen dauert eher zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit braucht die Person eine andere Möglichkeit zum Waschen. Bei Pflegebedürftigen plant man das am besten vorher, etwa mit dem Pflegedienst.
Welcher Umbau zu welchem Bedarf passt
- Der Einstieg in die Wanne geht noch, aber nur mit Mühe: Ein Badewannenlift oder eine Wannentür reichen oft.
- Die Wanne geht nicht mehr, der Rest schon: Die Wanne wird zur Dusche, dazu ein Klappsitz und zwei Griffe.
- Rollator oder Rollstuhl im Bad: bodengleiche Dusche, mehr Bewegungsfläche, breitere Tür, WC in der richtigen Höhe.
- Mietwohnung: Vor jedem festen Umbau die Zustimmung des Vermieters einholen, mehr unter Badumbau in der Mietwohnung.
Denk dabei ein paar Jahre voraus. Ein Umbau, der nur für heute reicht, wird später ein zweites Mal fällig, und dann gibt es den Zuschuss nur, wenn sich die Pflegesituation geändert hat.
Alles zu Badumbau
- Wanne zur DuscheEine Badewanne gegen eine Dusche zu tauschen kostet mit Einbau 3.000 bis 7.000 €, häufig um 5.000 €.
- Bodengleiche DuscheEine bodengleiche Dusche nachträglich einzubauen kostet 2.500 bis 8.000 €, je nach Boden, Abfluss und Fliesen.
- Barrierefreies BadEin Bad komplett barrierefrei umzubauen kostet 8.000 bis 30.000 €, gerechnet für ein Bad von etwa 6 bis 7 Quadratmetern.
- BadewannenliftEinen Badewannenlift bekommst du mit ärztlichem Rezept von der Krankenkasse.
- WannentürEine Wannentür wird in die vorhandene Badewanne eingesetzt und senkt die Höhe beim Einstieg deutlich.
- ToiletteDie günstigste Hilfe ist eine Toilettensitzerhöhung: Mit Rezept zahlt die Krankenkasse, du zahlst 5 bis 10 € zu.
- ZuschussFür den Umbau im Bad zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 €, ohne Eigenanteil.
- MietwohnungAuch in der Mietwohnung kannst du das Bad barrierefrei umbauen, du brauchst aber die Zustimmung des Vermieters.
Häufige Fragen
Was kostet ein altersgerechter Badumbau?
Der Tausch von Wanne gegen Dusche kostet 3.000 bis 7.000 €, ein komplett barrierefreies Bad 8.000 bis 30.000 €. Kleine Hilfen wie Griffe oder ein Klappsitz kosten deutlich weniger. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €.
Ab welchem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse den Badumbau?
Schon ab Pflegegrad 1. Der Zuschuss ist bei allen Pflegegraden gleich hoch, bis zu 4.180 € je Maßnahme. Der Antrag muss vor dem Umbau gestellt werden.
Was übernimmt die Krankenkasse im Bad?
Einen Umbau nicht. Sie zahlt Hilfsmittel wie Badewannenlift, Duschhocker oder Toilettensitzerhöhung, wenn ein Rezept vorliegt. Für den Umbau ist die Pflegekasse zuständig.
Wie lange dauert ein Badumbau?
Der Tausch der Wanne gegen eine Duschwanne mit Wandplatten geht oft an einem Tag. Eine geflieste bodengleiche Dusche braucht mehrere Tage, ein komplettes Bad eher zwei bis drei Wochen. Trocknungszeiten nach dem Abdichten verlängern das.
Kann ich den Badumbau von der Steuer absetzen?
Ja. Der Arbeitslohn bringt als Handwerkerleistung 20 Prozent Steuerermäßigung, höchstens 1.200 € im Jahr. Ist der Umbau wegen Krankheit oder Behinderung nötig, zählen die Kosten nach Abzug der Zuschüsse auch als außergewöhnliche Belastung.
Gibt es für den Badumbau bei Schwerbehinderung Geld?
Der Ausweis allein bringt keinen Zuschuss. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse, ohne Pflegegrad bleiben KfW-Kredit, Landesprogramme und die Steuer. Wer Eingliederungshilfe bekommt, kann dort nach Hilfen für die Wohnung fragen.