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PflegeanteilZuschuss-Check

Barrierefreies Bad: was es kostet und welche Maße zählen

Ein Bad komplett barrierefrei umzubauen kostet 8.000 bis 30.000 €, gerechnet für ein Bad von etwa 6 bis 7 Quadratmetern. Enthalten sind bodengleiche Dusche, erhöhtes WC mit Griffen, ein unterfahrbares Waschbecken und rutschfester Boden. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € dazu.

Helles Bad mit bodengleicher Dusche und Haltegriffen
Barrierefreies Bad komplett19.000 €Spanne 8.000 bis 30.000 €
Zuschuss der Pflegekasse4.180 €
Zahlst du selbst14.820 €
Beispiel mit einem typischen Preis und Pflegegrad. Ohne Pflegegrad zahlst du alles selbst. Leben zwei Menschen mit Pflegegrad im Haushalt, gibt es bis zu 8.360 €.
Spannen aus dem Markt, mit Einbau. Dein Angebot kann abweichen.
PostenPreis
Barrierefreies WC mit Griffen1.900 bis 3.000 €
Haltegriff, je Stück60 bis 600 €
Duschklappsitz100 bis 350 €

Worauf du bei Angeboten achtest

  • Mindestens zwei Angebote mit Aufmaß vor Ort einholen
  • Preis mit Einbau, Mehrwertsteuer und Wartung im ersten Jahr vergleichen
  • Den Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen, bevor du den Auftrag unterschreibst
  • Alle nötigen Umbauten in einem Antrag bündeln, sie zählen als eine Maßnahme

Barrierefrei oder seniorengerecht?

Barrierefrei ist ein genormter Begriff. Die Norm DIN 18040-2 beschreibt, wie ein Bad in einer Wohnung aussehen soll, damit es ohne fremde Hilfe nutzbar ist. Sie unterscheidet zwei Stufen: barrierefrei nutzbar, etwa mit Rollator, und rollstuhlgerecht, mit mehr Platz und weiteren Anforderungen.

Seniorengerecht oder altersgerecht ist kein fester Begriff. Gemeint ist meist ein Bad, das die wichtigsten Hürden abbaut, ohne jede Vorgabe der Norm zu erfüllen. Für die Pflegekasse spielt das keine Rolle. Sie fragt, ob der Umbau die Pflege erleichtert, nicht ob er normgerecht ist. Für die eigene Wohnung ist die Norm deshalb eine gute Orientierung, aber keine Pflicht.

Die wichtigsten Maße nach DIN 18040-2

  • Bewegungsfläche vor WC, Waschbecken und in der Dusche: 120 mal 120 Zentimeter, rollstuhlgerecht 150 mal 150 Zentimeter
  • Tür: mindestens 80 Zentimeter lichte Breite, rollstuhlgerecht 90 Zentimeter, nach außen aufgehend, damit sie sich auch öffnen lässt, wenn jemand dahinter gestürzt ist
  • Dusche: bodengleich, höchstens 2 Zentimeter Absenkung
  • WC: Sitzhöhe 46 bis 48 Zentimeter für Rollstuhlfahrer, daneben Platz zum seitlichen Umsetzen und Stützgriffe
  • Waschbecken: unterfahrbar, Oberkante höchstens 80 Zentimeter für Rollstuhlfahrer, Spiegel auch im Sitzen nutzbar
  • Boden: rutschhemmend, auch nass

Bewegungsflächen dürfen sich überlagern, und die bodengleiche Dusche darf dazugehören. Das macht barrierefreie Bäder auf kleiner Fläche erst möglich. Mehr zur Toilette unter Toilette für Senioren.

Was auf 6 Quadratmetern geht

Viele Bäder in älteren Wohnungen haben 5 bis 7 Quadratmeter. Barrierefrei nutzbar mit Rollator klappt darin oft, wenn die Wanne einer bodengleichen Dusche weicht und die Dusche Teil der Bewegungsfläche wird. Rollstuhlgerecht wird es auf dieser Fläche eng. Dann hilft manchmal, Bad und separates WC zusammenzulegen oder eine Wand zu versetzen. Ideen, die Platz sparen:

  • Schiebetür statt Drehtür
  • Wand-WC statt Stand-WC, der Spülkasten verschwindet in der Wand
  • Flaches Waschbecken mit Siphon an der Wand, damit die Knie darunter passen
  • Klappbare Glaswand an der Dusche statt fester Kabine

Was der Umbau kostet

Die Spanne von 8.000 bis 30.000 € ist breit, weil zwischen einem Bad mit gutem Grundriss und einem Altbau mit versetzten Leitungen viel liegt. Kleine Bäder von 6 bis 7 Quadratmetern liegen eher am unteren Ende, große oder schwierige Bäder und rollstuhlgerechte Umbauten eher oben. Einzelne Teile kosten:

  • Bodengleiche Dusche: 2.500 bis 8.000 €
  • WC erhöht mit Stützgriffen: 1.900 bis 3.000 €
  • Haltegriff je Stück: 60 bis 600 €
  • Duschklappsitz: 100 bis 350 €

Dazu kommen je nach Bad Fliesen, Elektrik, Heizkörper und eine breitere Tür. Ein Preis je Quadratmeter hilft wenig, weil die Technik mehr kostet als die Fläche.

Förderung 2026

  • Pflegekasse: bis zu 4.180 € ab Pflegegrad 1, ohne Eigenanteil, Antrag vor dem Umbau. Alle jetzt nötigen Umbauten zählen als eine Maßnahme.
  • KfW: Den Zuschuss 455-B gibt es 2026 nicht mehr, die Mittel sind ausgeschöpft. Der Kredit 159 für altersgerechtes Umbauen bleibt, auch ohne Pflegegrad.
  • Länder: Bayern und Hamburg fördern den barrierefreien Umbau mit eigenen Programmen.
  • Krankenkasse: kein Umbau, aber Hilfsmittel wie Duschhocker oder Badewannenlift mit Rezept.
  • Steuer: Arbeitslohn nach § 35a, bei gesundheitlicher Notwendigkeit die ganzen Kosten als außergewöhnliche Belastung.

Wie die Wege im Einzelnen funktionieren, auch ohne Pflegegrad, steht unter Zuschuss für den Badumbau.

Häufige Fragen

Was kostet ein barrierefreies Bad?

Ein vollständiger Umbau kostet 8.000 bis 30.000 €, kleinere Bäder eher am unteren Ende. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €. Einzelne Umbauten wie nur die Dusche kosten deutlich weniger.

Welche Maße braucht ein barrierefreies Bad?

120 mal 120 Zentimeter Bewegungsfläche vor WC, Waschbecken und Dusche, für Rollstuhlfahrer 150 mal 150. Die Tür braucht mindestens 80 Zentimeter lichte Breite, rollstuhlgerecht 90. Die Dusche ist bodengleich.

Geht ein barrierefreies Bad auf 6 qm?

Mit Rollator oft ja, wenn die Wanne einer bodengleichen Dusche weicht und die Flächen sich überlagern. Rollstuhlgerecht wird es auf 6 Quadratmetern eng. Dann hilft es, ein separates WC dazuzunehmen oder eine Wand zu versetzen.

Gibt es Förderung für ein barrierefreies Bad ohne Pflegegrad?

Von der Pflegekasse nicht. Möglich sind der KfW-Kredit 159, Landesprogramme in Bayern und Hamburg und die Steuer. Den KfW-Zuschuss 455-B gibt es für 2026 nicht mehr.

Muss ein barrierefreies Bad nach DIN gebaut sein?

In der eigenen Wohnung nicht. Die Norm ist eine gute Orientierung, die Pflegekasse verlangt sie aber nicht. Sie prüft, ob der Umbau die Pflege zu Hause erleichtert.