Hausnotruf: Was er kostet und was die Pflegekasse zahlt
Das Basisgerät kostet bei den großen Wohlfahrtsverbänden 27 € im Monat, und genau diesen Betrag übernimmt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1. Soll bei einem Alarm jemand mit Schlüssel vorbeikommen, kostet das 28,00 bis 33,40 € im Monat mehr, und das zahlst du selbst. Ohne Pflegegrad trägst du alles selbst.

| Anbieter | Im Monat ohne Pflegegrad |
|---|---|
| Malteser | 27,00 bis 64,90 € |
| Johanniter | 27 bis 85 € |
| Deutsches Rotes Kreuz | 27 € |
| Arbeiter-Samariter-Bund | 25 bis 30 € |
| Vitakt | 29 € |
| Libify | 32,13 bis 44,68 € |
So funktioniert ein Hausnotruf
Zum Hausnotruf gehören zwei Teile: ein kleines Gerät in der Wohnung mit Freisprechanlage und ein Sender, den die Person am Handgelenk oder als Kette trägt. Ein Druck auf den Knopf reicht, und das Gerät verbindet mit einer Zentrale, die rund um die Uhr besetzt ist. Die Person kann aus dem Bad oder vom Boden aus sprechen, ohne zum Telefon zu gehen.
In der Zentrale liegen die wichtigsten Angaben bereit: Erkrankungen, Medikamente, wer einen Schlüssel hat und wen sie anrufen soll. Je nach Lage verständigt sie Angehörige, Nachbarn, den Einsatzdienst des Anbieters oder den Rettungsdienst. Der Sender ist wasserdicht, damit er auch unter der Dusche am Arm bleibt.
Ein Festnetz braucht es nicht mehr: Viele Geräte laufen über eine eigene SIM-Karte.
Was die Pakete kosten
Die meisten Anbieter haben drei Stufen. Die Preise gelten im Monat und unterscheiden sich von Region zu Region.
- Basis: Gerät, Sender und Zentrale, meist 27 €. Mit Pflegegrad zahlt das die Kasse.
- Mit Schlüssel und Einsatzdienst: Der Anbieter bewahrt einen Wohnungsschlüssel auf und schickt im Notfall eigene Leute. Das kostet 28,00 bis 33,40 € mehr.
- Mit Tagestaste und Zubehör: Die Person drückt einmal am Tag eine Taste, sonst ruft die Zentrale an. Dazu kommen Rauchmelder, Bewegungsmelder oder ein Sturzsensor gegen Aufpreis.
Ein Notruf, der auch unterwegs funktioniert, kostet 37,00 bis 70,40 € im Monat und ist keine Kassenleistung. Mehr dazu unter mobiler Notruf. Die Preise der einzelnen Dienste stehen unter Hausnotruf Anbieter.
Wann die Pflegekasse zahlt
Der Hausnotruf ist ein technisches Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI. Die Kasse übernimmt ihn ab Pflegegrad 1, wenn die Person allein lebt oder über weite Teile des Tages allein ist und im Notfall nicht sicher ein normales Telefon erreicht. Welcher Pflegegrad es ist, spielt keine Rolle.
Mit Kassenübernahme darf der Anbieter keine Anschlussgebühr und keine Einweisung berechnen. Eine Zuzahlung fällt für das Basisgerät nicht an, weil es geliehen ist. Alle Einzelheiten stehen unter Hausnotruf kostenlos.
Lohnt sich der Aufpreis für Schlüssel und Einsatzdienst?
Das hängt davon ab, wer im Ernstfall schnell vor der Tür steht. Wohnen Angehörige oder Nachbarn in der Nähe, haben einen Schlüssel und sind gut erreichbar, reicht oft das Basisgerät. Die Zentrale ruft sie an, und sie schließen auf.
Wohnt niemand in der Nähe oder arbeiten alle tagsüber, ist der Einsatzdienst eine echte Hilfe. Sonst muss der Rettungsdienst im Zweifel die Tür öffnen lassen. Frag den Anbieter, wer bei einem Alarm kommt und wie lange das in eurem Ort dauert.
Vom Antrag bis zum ersten Probealarm
- Anbieter wählen und das Basisgerät bestellen. Die meisten stellen den Antrag bei der Pflegekasse für dich.
- Auf die Zusage warten. Die Kasse zahlt frühestens ab dem Tag, an dem sie genehmigt.
- Einrichten: Ein Techniker oder ein Paket mit Anleitung, dann ein Probealarm mit der Zentrale.
- Kontakte hinterlegen und prüfen, ob sie noch stimmen, etwa nach einem Umzug der Nachbarn.
Was du selbst zahlst, kannst du zum Teil von der Steuer absetzen.
Alles zu Hausnotruf
- Mit PflegegradHat die Person einen Pflegegrad, zahlt die Pflegekasse 27 € im Monat an den Anbieter, bei Anbietern mit Umsatzsteuer 32,13 €.
- Mobiler NotrufEin Notruf für unterwegs kostet 37,00 bis 70,40 € im Monat.
- SteuerDen Teil, den du für den Hausnotruf selbst zahlst, gibst du als haushaltsnahe Dienstleistung an.
- AnbieterFür das Basisgerät berechnen die großen Anbieter fast alle 27 € im Monat, also den Betrag, den die Pflegekasse zahlt.
- Deutsches Rotes KreuzBeim Deutschen Roten Kreuz kostet der Hausnotruf im Basistarif 27 € im Monat.
- JohanniterDie Johanniter-Unfall-Hilfe bietet den Hausnotruf in drei Paketen an, von 27 bis 85 € im Monat.
- MalteserDer Malteser Hilfsdienst bietet den Hausnotruf in drei Paketen an, von 27,00 bis 64,90 € im Monat.
- Arbeiter-Samariter-BundDen Hausnotruf des Arbeiter-Samariter-Bunds bieten seine Regional- und Ortsverbände an, jeder mit eigenen Preisen.
- CaritasEinen Hausnotruf der Caritas gibt es nicht bundesweit, sondern bei vielen örtlichen Caritasverbänden, etwa in Krefeld, im Sauerland oder in …
- DiakonieDie Diakonie ist der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirchen.
- VolkssolidaritätDie Volkssolidarität ist ein Sozialverband, der vor allem in den ostdeutschen Ländern vertreten ist.
- VitaktVitakt ist ein privater Anbieter mit Sitz in Rheine im Münsterland, der Hausnotrufgeräte in ganz Deutschland vermietet.
- LibifyLibify ist ein privater Anbieter aus München, der Notrufgeräte mit SIM-Karte in ganz Deutschland vermietet.
Häufige Fragen
Ab welchem Pflegegrad zahlt die Kasse den Hausnotruf?
Ab Pflegegrad 1. Die Kasse zahlt 27 € im Monat, bei Anbietern mit Umsatzsteuer 32,13 €. Der Betrag ist bei jedem Pflegegrad gleich.
Was kostet ein Hausnotruf ohne Pflegegrad?
Das Basisgerät kostet meist 27 € im Monat, oft kommt eine einmalige Gebühr für den Anschluss dazu. Mit Schlüssel und Einsatzdienst zahlst du 28,00 bis 33,40 € mehr. Ein Antrag auf Pflegegrad lohnt sich meist schon deshalb.
Wie beantrage ich einen Hausnotruf bei der AOK oder Barmer?
Der Antrag geht an die Pflegekasse, die zu deiner Krankenkasse gehört. Meist erledigt das der Anbieter mit einem kurzen Formular, das die Person unterschreibt. Die Kasse zahlt ab dem Tag der Genehmigung.
Kann ich den Entlastungsbetrag für den Hausnotruf nutzen?
Nein. Der Entlastungsbetrag ist für anerkannte Hilfen im Alltag, Tagespflege und Kurzzeitpflege gedacht. Den Aufpreis für Schlüssel oder Einsatzdienst zahlst du selbst.
Was ist mit Ehepaaren?
Leben zwei Menschen zusammen, reicht meist ein Gerät mit zwei Sendern. Den zweiten Sender berechnen viele Anbieter mit einem kleinen Aufpreis. Ob die Kasse zahlt, hängt davon ab, ob die Person über weite Teile des Tages allein ist.
Geht ein Hausnotruf auch ohne Festnetz?
Ja. Viele Geräte haben eine eigene SIM-Karte und brauchen nur eine Steckdose. Auch diese Geräte übernimmt die Kasse, wenn sie als Basisgerät gelten.