Zuschuss für den Badumbau: wer zahlt was, und wie stellst du den Antrag?
Für den Umbau im Bad zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 €, ohne Eigenanteil. Die Krankenkasse zahlt keinen Umbau, aber Hilfsmittel wie Badewannenlift oder Duschhocker mit Rezept. Den KfW-Zuschuss gibt es 2026 nicht mehr, den KfW-Kredit schon.

| Wer | Was |
|---|---|
| Pflegekasse | bis 4.180 € je Mensch mit Pflegegrad und Maßnahme, zusammen bis 16.720 € |
| KfW Zuschuss | für 2026 ausgeschöpft, keine Anträge mehr |
| KfW Kredit | Kredit für altersgerechtes Umbauen |
| Bayern und Hamburg | eigene Förderung für barrierefreies Umbauen |
| Sozialamt | nur wenn Einkommen und Vermögen nicht reichen |
| Unfallversicherung | nur nach Arbeitsunfall oder Berufskrankheit |
| Finanzamt | Handwerkerlohn oder außergewöhnliche Belastung |
Pflegekasse: bis zu 4.180 € je Maßnahme
Mit einem Pflegegrad von 1 bis 5 gibt die Pflegekasse einen Zuschuss für Umbauten, die die Pflege zu Hause möglich machen oder erleichtern. Im Bad sind das typischerweise:
- Wanne raus, Dusche rein, auch bodengleich
- Wannentür in die vorhandene Wanne
- WC höher setzen, Dusch-WC, fest montierte Stützgriffe
- Breitere Tür, Schiebetür statt Drehtür
- Waschbecken, unter das ein Rollstuhl passt
Eine Eigenbeteiligung gibt es nicht. Liegt der Umbau unter dem Höchstbetrag, zahlt die Kasse die Rechnung. Liegt er darüber, zahlst du den Rest selbst. Die Grundlage ist § 40 Absatz 4 SGB XI, mehr dazu unter Zuschuss für den Umbau.
Die Regel, die viele zu spät kennen
Alle Umbauten, die zum Zeitpunkt des Antrags nötig sind, zählen als eine Maßnahme. Wer im Frühjahr die Dusche macht und im Herbst den Treppenlift, bekommt den Zuschuss nicht zweimal, wenn beides schon im Frühjahr nötig war. Die Kasse rechnet beides zusammen.
Deshalb vor dem Antrag das ganze Zuhause ansehen: Bad, Treppe, Eingang, Türen. Dann entscheiden, was in diesen einen Antrag gehört. Einen neuen Zuschuss gibt es erst, wenn sich die Pflegesituation ändert, also ein Bedarf entsteht, der vorher nicht absehbar war.
Leben zwei Menschen mit Pflegegrad in der Wohnung, kann jeder seinen Zuschuss für denselben Umbau einbringen. Zusammen sind höchstens 16.720 € je Maßnahme möglich.
Krankenkasse: Hilfsmittel statt Umbau
Die Krankenkasse zahlt keinen Badumbau, das gilt für die AOK, die TK oder die Barmer genauso wie für jede andere Kasse. Sie zahlt aber Hilfsmittel, die ohne Umbau auskommen, wenn eine Ärztin oder ein Arzt sie verordnet:
- Badewannenlift
- Duschhocker und Duschstuhl
- Badewannensitz und Badewannenbrett
- Toilettensitzerhöhung und Toilettenstuhl
Du zahlst 10 Prozent zu, mindestens 5 €, höchstens 10 €. Einen Pflegegrad braucht es nicht. Diese Hilfsmittel schmälern den Zuschuss der Pflegekasse nicht, beides läuft getrennt.
Der Antrag bei der Pflegekasse
- Angebot vom Handwerker einholen, mit Beschreibung der Arbeiten.
- Antrag an die Pflegekasse schicken, mit dem Formular der Kasse oder als Brief. Angebot beilegen und kurz begründen, was im Bad nicht mehr geht.
- Die Kasse schickt manchmal jemanden vorbei oder fragt den Medizinischen Dienst.
- Die Kasse entscheidet binnen drei Wochen, mit Gutachten binnen fünf. Meldet sie sich nicht und nennt keinen triftigen Grund, gilt der Antrag nach Ablauf der Frist als genehmigt.
- Erst nach der Zusage den Auftrag geben.
- Rechnung einreichen, die Kasse zahlt an euch oder an die Firma.
Die Kasse schreibt keine Firma vor. Bei Eigenleistung durch Angehörige erstattet sie in der Regel das Material, nicht die Arbeitszeit. Lehnt sie ab, ist binnen eines Monats Widerspruch möglich.
Ohne Pflegegrad und zusätzlich zur Pflegekasse
- KfW-Kredit 159: Förderkredit für altersgerechtes Umbauen, unabhängig von Alter und Pflegegrad.
- KfW-Zuschuss 455-B: für 2026 ausgeschöpft, die KfW nimmt keine Anträge mehr an.
- Landesprogramme: Bayern und Hamburg fördern barrierefreie Umbauten mit eigenen Programmen.
- Sozialamt oder Eingliederungshilfe: wenn Einkommen und Vermögen nicht reichen, nach allen anderen Stellen.
- Steuer: Arbeitslohn nach § 35a bis 1.200 € Ermäßigung im Jahr, oder die Kosten nach Abzug der Zuschüsse als außergewöhnliche Belastung.
Ein Pflegegrad lohnt sich oft schon wegen des Zuschusses. Wie er beantragt wird, steht unter Pflegegrad beantragen.
Häufige Fragen
Wie viel zahlt die Pflegekasse für einen Badumbau?
Bis zu 4.180 € je Maßnahme, ab Pflegegrad 1 und ohne Eigenanteil. Alle Umbauten, die zum Zeitpunkt des Antrags nötig sind, zählen zusammen. Bei zwei Menschen mit Pflegegrad kann jeder seinen Zuschuss einbringen.
Zahlt die Krankenkasse einen Badumbau?
Nein, aber Hilfsmittel wie Badewannenlift, Duschhocker oder Toilettensitzerhöhung mit Rezept. Dafür bleibt nur eine kleine Zuzahlung. Den Umbau selbst bezuschusst die Pflegekasse.
Gibt es einen Zuschuss für den Badumbau ohne Pflegegrad?
Von der Pflegekasse nicht. Es bleiben der KfW-Kredit 159, Landesprogramme in Bayern und Hamburg und die Steuer. Den KfW-Zuschuss 455-B gibt es 2026 nicht mehr.
Kann man KfW und Pflegekasse kombinieren?
Den KfW-Kredit 159 kannst du neben dem Zuschuss der Pflegekasse nutzen. Der KfW-Zuschuss 455-B ist für 2026 ausgeschöpft. Ein Förderkredit mit Zinsvorteil kann aber die Steuerermäßigung für Handwerker bei dieser Maßnahme ausschließen.
Muss ich den Antrag vor dem Umbau stellen?
Ja. Die Kasse muss prüfen können, ob der Umbau die Pflege erleichtert. Wer vorher beginnt, riskiert, alles selbst zu zahlen.
Wie lange dauert die Bewilligung?
Die Pflegekasse hat drei Wochen Zeit, mit Gutachten fünf. Meldet sie sich ohne Grund nicht rechtzeitig, gilt der Antrag als genehmigt. Lass dir den Eingang des Antrags bestätigen.