Bodengleiche Dusche im Bestand: Kosten, Abfluss und Zuschuss
Eine bodengleiche Dusche nachträglich einzubauen kostet 2.500 bis 8.000 €, je nach Boden, Abfluss und Fliesen. Sie ist die sicherste Lösung für Rollator und Rollstuhl. Ab Pflegegrad 1 gibt die Pflegekasse bis zu 4.180 € dazu.

| Posten | Preis |
|---|---|
| Duschklappsitz | 100 bis 350 € |
Worauf du bei Angeboten achtest
- Mindestens zwei Angebote mit Aufmaß vor Ort einholen
- Preis mit Einbau, Mehrwertsteuer und Wartung im ersten Jahr vergleichen
- Den Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen, bevor du den Auftrag unterschreibst
- Alle nötigen Umbauten in einem Antrag bündeln, sie zählen als eine Maßnahme
Bodengleich, ebenerdig, flach: was gemeint ist
Bodengleich heißt: Der Duschboden liegt auf derselben Höhe wie der Rest des Bads, es gibt keine Kante. Ebenerdig wird im Alltag im gleichen Sinn gebraucht. Eine flache Duschwanne mit ein paar Zentimetern Rand ist dagegen nicht bodengleich, auch wenn es in Prospekten manchmal so klingt.
Für ein barrierefreies Bad gilt: Der Duschplatz ist ohne Stufe erreichbar, höchstens mit einer Absenkung von 2 Zentimetern. So stolpert niemand, und ein Duschrollstuhl rollt ohne Hilfe hinein.
Das Nadelöhr: Abfluss und Gefälle
Damit Wasser aus einer Dusche ohne Wanne abfließt, braucht der Boden ein leichtes Gefälle und darunter Platz für den Ablauf mit Geruchsverschluss. Im Neubau wird das eingeplant. Im Bestand ist genau das die Frage, die den Preis entscheidet:
- Genug Höhe im Boden: Der Estrich wird geöffnet, der Ablauf eingesetzt, das Gefälle neu aufgebaut. Das ist der Normalfall.
- Zu wenig Höhe: Es gibt besonders flache Abläufe und Duschrinnen an der Wand. Reicht auch das nicht, hilft eine kleine Pumpe, die das Wasser abführt.
- Holzbalkendecke im Altbau: Abdichtung und Aufbau sind aufwendiger, oft werden auch die Balken geprüft.
- Abfluss liegt weit weg: Ein neues Rohr muss verlegt werden, manchmal durch Wand oder Decke.
Ein guter Betrieb schaut sich vor dem Angebot an, wo der Abfluss liegt und wie der Boden aufgebaut ist. Angebote ohne Besichtigung sind bei bodengleichen Duschen wenig wert.
Größe und Ausstattung
Eine Dusche, in der jemand mit Hilfe oder auf einem Duschstuhl duscht, braucht Platz. Als Maß für barrierefreie Bäder gilt eine Fläche von 120 mal 120 Zentimetern, für Rollstuhlfahrer 150 mal 150 Zentimeter. In kleinen Bädern darf die Duschfläche Teil der Bewegungsfläche vor dem Waschbecken sein, wenn sie bodengleich ist. Dazu gehören:
- Rutschhemmende Fliesen, die auch nass Halt geben
- Ein Klappsitz an der Wand, 100 bis 350 €
- Stabile Griffe an einer tragfähigen Wand
- Eine Armatur mit Temperaturbegrenzung gegen Verbrühen
- Eine Glaswand, die sich wegklappen lässt, oder ein Vorhang, damit eine Pflegeperson helfen kann
Was es kostet
Die Spanne von 2.500 bis 8.000 € reicht vom einfachen Umbau einer vorhandenen Dusche bis zum vollständigen Umbau mit neuen Fliesen, Abdichtung und neuem Ablauf. Am unteren Ende steht eine Duschfläche an der Stelle einer alten Dusche mit günstig liegendem Abfluss. Am oberen Ende ein Altbau, in dem die Wanne verschwindet, der Boden neu aufgebaut und die ganze Dusche neu gefliest wird. Wie der Tausch einer Wanne abläuft, steht unter Badewanne zur Dusche.
Wird dabei das halbe Bad erneuert, lohnt der Blick auf das barrierefreie Bad als Ganzes. Oft ist es günstiger, WC und Waschbecken gleich mitzumachen, statt zweimal Handwerker zu holen.
Zuschuss, Kredit und Steuer
Mit Pflegegrad gibt die Pflegekasse bis zu 4.180 €. Die bodengleiche Dusche gehört zu den typischen Umbauten, für die dieser Zuschuss gedacht ist. Ohne Pflegegrad bleiben der KfW-Kredit 159 und in Bayern und Hamburg die Landesprogramme. Den KfW-Zuschuss 455-B gibt es für 2026 nicht mehr.
Den Arbeitslohn kannst du als Handwerkerleistung absetzen, bis zu 1.200 € Steuerermäßigung im Jahr. Antrag und Fristen erklärt Zuschuss für den Badumbau.
Häufige Fragen
Was kostet eine bodengleiche Dusche im Umbau?
2.500 bis 8.000 €, je nach Boden, Abfluss und Fliesen. Im Altbau oder mit neuem Abflussrohr wird es teurer. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €.
Geht eine bodengleiche Dusche in jedem Bad?
Fast immer, aber nicht immer ohne Aufwand. Entscheidend ist, ob unter dem Boden Platz für Ablauf und Gefälle ist. Wo er fehlt, helfen flache Abläufe, Rinnen an der Wand oder eine kleine Pumpe.
Was ist der Unterschied zwischen bodengleich und ebenerdig?
Im Alltag meinen beide dasselbe: keine Kante zwischen Bad und Dusche. Eine flache Duschwanne mit Rand ist dagegen nur niedrig, nicht bodengleich. Für einen Rollstuhl zählt, dass höchstens 2 Zentimeter Absenkung bleiben.
Wie groß muss eine barrierefreie Dusche sein?
Üblich sind 120 mal 120 Zentimeter, für Rollstuhlfahrer 150 mal 150. In kleinen Bädern kann die Duschfläche Teil der Bewegungsfläche sein, wenn sie bodengleich ist.
Zahlt die Pflegekasse die bodengleiche Dusche?
Ja, ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 €. Der Antrag kommt vor dem Umbau. Plant weitere nötige Umbauten gleich mit, weil alles zusammen als eine Maßnahme zählt.