Zum Inhalt
PflegeanteilZuschuss-Check

Pflege­wohn­geld: Hilfe bei den Investitions­kosten im Heim

Pflegewohngeld ist ein Zuschuss zu den Investitionskosten im Pflegeheim, also zu den Kosten für Gebäude, Ausstattung und Instandhaltung. Es gibt ihn unter anderem in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein für Menschen, deren Einkommen und Vermögen dafür nicht reichen. In Nordrhein-Westfalen darf dabei Vermögen bis 10.000 € bleiben.

Seniorin im Rollstuhl an einem hellen Fenster, eine Pflegerin schiebt

Was Investitions­kosten sind

Jede Heimrechnung hat einen Posten für Investitionskosten. Damit bezahlt das Heim Bau, Modernisierung, Einrichtung und Instandhaltung des Hauses, ähnlich wie eine Miete. Die Pflegekasse zahlt dafür nichts, und auch der Zuschlag der Kasse, der mit den Jahren im Heim wächst, senkt diesen Posten nicht.

Im Bundesschnitt liegen die Investitionskosten bei 521 € im Monat. In Nordrhein-Westfalen sind sie mit 654 € am höchsten, in Schleswig-Holstein sind es 573 €. Genau hier setzt das Pflegewohngeld an.

Pflege­wohn­geld in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen steht das Pflegewohngeld im Landesrecht. Die Regeln im Überblick:

  • Pflegegrad 2 oder höher und ein Dauerplatz in einem Heim in Nordrhein-Westfalen
  • Einkommen und Vermögen reichen nicht, um die Investitionskosten ganz zu zahlen
  • Vermögen bis 10.000 € bleibt frei, bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern bis 15.000 €
  • Gezahlt wird bis zur vollen Höhe der Investitionskosten, direkt an das Heim
  • Für die Zeit vor dem Antrag gibt es nichts

Den Antrag stellst du beim Kreis oder bei der kreisfreien Stadt. Viele Heime helfen dabei oder reichen ihn mit deiner Zustimmung ein. Wie sich die Heimkosten dort zusammensetzen, zeigt die Seite Pflegeheim in Nordrhein-Westfalen.

Pflege­wohn­geld in Schleswig-Holstein

Auch Schleswig-Holstein zahlt Pflegewohngeld als Zuschuss zu den Investitionskosten. Wie hoch er ausfällt, hängt von den Investitionskosten des Heims und von Einkommen und Vermögen des Bewohners ab. Den Antrag stellt in der Regel das Heim beim Kreis oder bei der kreisfreien Stadt, das Geld geht direkt an das Heim.

Frag deshalb schon beim Einzug, ob das Heim Pflegewohngeld für dich beantragt, wenn die Rente knapp ist. Die Durchschnittskosten im Land stehen unter Pflegeheim in Schleswig-Holstein.

In anderen Ländern: Wohngeld und Sozialamt

Lebst du in einem anderen Land, frag das Heim, ob es dort einen Zuschuss zu den Investitionskosten gibt. Unabhängig davon gibt es zwei Wege, die überall gelten:

  • Wohngeld: Auch Menschen im Heim können Wohngeld bekommen, einen Zuschuss zu den Wohnkosten. Das geht, solange sie keine Grundsicherung und keine Hilfe zum Lebensunterhalt vom Sozialamt beziehen. Hilfe zur Pflege allein schließt Wohngeld nicht aus.
  • Hilfe zur Pflege: Reicht das Geld trotzdem nicht, übernimmt das Sozialamt auch die Investitionskosten. In der Regel muss das Heim dafür eine Vereinbarung über seine Preise mit dem Amt haben.

Pflegewohngeld und Wohngeld sind zwei verschiedene Leistungen mit eigenen Anträgen. Die ganze Reihenfolge von Kasse, Rente, Vermögen und Sozialamt steht unter wer das Heim bezahlt.

Häufige Fragen

Was ist Pflegewohngeld?

Ein Zuschuss zu den Investitionskosten im Pflegeheim für Menschen mit kleinem Einkommen und Vermögen. Es geht direkt an das Heim und senkt den Eigenanteil. Es gibt ihn unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Kann man den Entlastungsbetrag für Investitionskosten nutzen?

Im Heim auf Dauer nicht, dort gibt es keinen Entlastungsbetrag. In der Kurzzeitpflege und der Tagespflege darfst du die 131 € im Monat aber für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten einsetzen.

Zahlt die Hilfe zur Pflege die Investitionskosten?

Ja, wenn Einkommen und Vermögen nicht reichen. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein kommt vorher das Pflegewohngeld, das Sozialamt zahlt dann nur, was danach noch fehlt.

Wie viel Vermögen darf man beim Pflegewohngeld haben?

In Nordrhein-Westfalen bleiben 10.000 € frei, bei Ehepaaren 15.000 €. Was darüber liegt, wird zuerst für die Investitionskosten eingesetzt.

Gibt es Pflegewohngeld rückwirkend?

In Nordrhein-Westfalen nicht, dort gibt es das Geld erst ab dem Antrag. Stell ihn deshalb gleich beim Einzug oder sobald das Vermögen unter die Grenze fällt.

Warum sinken die Investitionskosten nicht mit den Jahren im Heim?

Weil der Zuschlag der Pflegekasse nur den Pflegeanteil senkt. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zahlst du in voller Höhe selbst, egal wie lange der Mensch schon im Heim lebt.