24-Stunden-Pflege bei Pflegegrad 2: Wann sie passt und was bleibt
Bei Pflegegrad 2 zahlt die Kasse 347 € Pflegegeld im Monat, eine Betreuungskraft kostet 2.400 bis 4.800 €. Den größten Teil tragt ihr also selbst. Oft reicht bei diesem Grad eine Mischung aus Tagespflege, Hausnotruf und einzelnen Stunden Hilfe, die die Kasse zum großen Teil bezahlt.

| Hilfe der Kasse | Betrag |
|---|---|
| Pflegegeld im Monat | 347 € |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege im Jahr | 3.539 € |
| Entlastungsbetrag im Monat, nur für anerkannte Angebote | 131 € |
Was bei Pflegegrad 2 typisch ist
Pflegegrad 2 bedeutet eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit, in der Begutachtung sind das 27 bis unter 47,5 Punkte. Die Person kommt im Alltag noch vieles allein zurecht, braucht aber Hilfe beim Einkaufen, Putzen, Duschen, bei Medikamenten und Terminen. Häufig beginnt in dieser Phase eine Demenz, mit Vergesslichkeit und Unsicherheit.
Die Nächte sind meist ruhig. Was fehlt, ist oft weniger die Pflege als jemand, der da ist, auf Ordnung achtet und Gesellschaft leistet.
Wann eine Betreuungskraft trotzdem passt
Es gibt Lagen, in denen eine Kraft im Haus auch bei Pflegegrad 2 der richtige Weg ist:
- Die Person vergisst den Herd, isst zu wenig oder verläuft sich.
- Die Person hat große Angst, allein zu sein, besonders abends.
- Die Kinder wohnen weit weg und können nicht mehrmals in der Woche kommen.
- Ein Umzug ins Heim kommt für sie nicht in Frage.
Passt der Hilfebedarf nicht mehr zum Pflegegrad, lohnt ein Antrag auf Höherstufung. Wer jemanden fast den ganzen Tag braucht, hat oft Anspruch auf einen höheren Grad.
Was die Kasse bei Pflegegrad 2 beisteuert
- Pflegegeld 347 € im Monat, frei einsetzbar, oder bis zu 796 € für einen Pflegedienst
- Tagespflege bis 721 € im Monat, zusätzlich zum Pflegegeld
- Entlastungsbetrag 131 € im Monat für anerkannte Hilfen
- Jahresbetrag 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
- Hausnotruf mit 27 € im Monat
Für die Betreuungskraft selbst lässt sich nur das Pflegegeld frei einsetzen, dazu die Verhinderungspflege, wenn die Familie ausfällt.
Die Mischung, die oft reicht
Bei Pflegegrad 2 fahren viele Familien mit einzelnen Bausteinen günstiger als mit einer Kraft im Haus. Die Tagespflege an zwei oder drei Tagen in der Woche zahlt die Kasse aus ihrem eigenen Budget, dazu nur Essen und Investitionskosten. Der Hausnotruf deckt die Stunden allein ab. Eine anerkannte Alltagshilfe für Einkauf und Haushalt läuft über den Entlastungsbetrag, und ein Pflegedienst kommt einmal in der Woche zum Duschen.
So bleibt die Person selbständig, und die Kosten bleiben klein. Wie das bei Tagespflege genau aussieht, steht unter Tagespflege.
Wann zusätzlich ein Pflegedienst kommt
Auch mit Betreuungskraft braucht es einen Pflegedienst, sobald medizinische Hilfe nötig ist: Insulin spritzen, Kompressionsstrümpfe anziehen, Medikamente stellen oder Wunden versorgen. Das zahlt die Krankenkasse mit ärztlicher Verordnung, ohne dass es das Pflegegeld schmälert. Mehr unter Pflegedienst.
Häufige Fragen
Was kostet eine 24-Stunden-Pflege bei Pflegegrad 2?
Die Kraft kostet 2.400 bis 4.800 € im Monat, dazu Zimmer und Essen. Die Kasse gibt 347 € Pflegegeld, das du dafür einsetzen kannst. Den Rest zahlt ihr selbst.
Reicht Pflegegrad 2 für eine Betreuungskraft?
Einen Mindestgrad gibt es nicht, eine Kraft kann jeder beauftragen. Die Kasse zahlt aber keinen eigenen Betrag dafür, nur das Pflegegeld hilft mit.
Ist Tagespflege bei Pflegegrad 2 eine Alternative?
Oft ja. Die Kasse zahlt bis 721 € im Monat für Tagespflege, zusätzlich zum Pflegegeld. Selbst zahlt ihr meist 15 bis 35 € am Tag für Essen und Investitionskosten.
Lohnt sich eine Höherstufung?
Wenn die Person fast den ganzen Tag Hilfe braucht, sehr wahrscheinlich. Bei Pflegegrad 3 steigt das Pflegegeld auf 599 €.
Kann ich die Verhinderungspflege bei Pflegegrad 2 nutzen?
Ja. Ab Pflegegrad 2 steht der Jahresbetrag von 3.539 € bereit. Fällt die Familie aus, kann er eine Betreuungskraft für diese Zeit bezahlen.