Pflegeheim im Saarland: Warum der Eigenanteil so hoch ist
Im Saarland zahlst du für einen Heimplatz im ersten Jahr im Schnitt 3.695 € im Monat, ab dem vierten Jahr 2.389 €. Nur in einem Land ist das erste Jahr teurer, das Saarland steht auf Platz 2 von 16.

So sinkt der Eigenanteil mit jedem Jahr
| Aufenthalt | Zuschlag der Kasse | Du zahlst in Saarland | Deutschland |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 326 € (15 Prozent) | 3.695 € | 3.364 € |
| 2. Jahr | 653 € (30 Prozent) | 3.368 € | 3.051 € |
| 3. Jahr | 1.088 € (50 Prozent) | 2.933 € | 2.633 € |
| ab dem 4. Jahr | 1.632 € (75 Prozent) | 2.389 € | 2.111 € |
Woraus sich der Betrag zusammensetzt
| Posten | Saarland | Deutschland |
|---|---|---|
| Pflege (einheitlicher Eigenanteil) | 2.176 € | 2.088 € |
| davon Ausbildung | 254 € | 150 € |
| Unterkunft und Verpflegung | 1.271 € | 1.068 € |
| Investitionskosten | 574 € | 521 € |
| Eigenanteil ohne Zuschlag | 4.021 € | 3.677 € |
Alle Posten über dem Schnitt
Im Saarland liegen alle drei Posten der Heimrechnung über dem Bundesschnitt:
- Pflege und Ausbildung: 2.176 €, im Bund 2.088 €
- Unterkunft und Verpflegung: 1.271 €, im Bund 1.068 €
- Investitionskosten: 574 €, im Bund 521 €
Auffällig ist der Anteil für die Ausbildung neuer Pflegekräfte. Er steckt im Pflegeanteil und liegt mit 254 € im Monat höher als in jedem anderen Land. Im Nachbarland Rheinland-Pfalz sind es 145 €.
Weil Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten hoch sind und der Zuschlag der Kasse sie nicht senkt, bleibt das Saarland auch nach Jahren im Heim unter den teuersten Ländern.
Kleinstes Flächenland, ein Nachbar
Das Saarland ist das kleinste Flächenland. Innerhalb Deutschlands grenzt es nur an Rheinland-Pfalz, wo du im ersten Jahr im Schnitt 3.289 € zahlst, ab dem vierten Jahr 2.229 €. Die Posten dort zeigt die Seite Pflegeheim in Rheinland-Pfalz.
Die Wege sind kurz, ein Heim auf der anderen Seite der Landesgrenze kann in Frage kommen. Braucht der Mensch im Heim später Hilfe vom Sozialamt, bleibt meist das Amt am bisherigen Wohnort zuständig. Frag vorher, ob das Heim eine Vereinbarung über seine Preise mit dem Sozialamt hat.
Was hilft, wenn das Geld knapp wird
- Früh beim Sozialamt melden. Das Amt zahlt Hilfe zur Pflege erst ab dem Tag, an dem es von der Not erfährt. Geschützt bleiben 10.000 € je Person.
- Wohngeld prüfen. Auch im Heim gibt es einen Zuschuss zu den Wohnkosten, solange keine Grundsicherung bezogen wird.
- Die Steuer nutzen. Der Eigenanteil zählt als außergewöhnliche Belastung, siehe Heimkosten und Steuer.
- Kinder zahlen nur, wenn eines von ihnen mehr als 100.000 € im Jahr an Einkünften hat.
Wer Hilfe vom Sozialamt bekommt, behält jeden Monat mindestens 152,01 € als Barbetrag. Die ganze Reihenfolge steht unter wer das Heim bezahlt.
Saarland im Vergleich mit den Nachbarn
| Bundesland | 1. Jahr im Monat | Unterschied |
|---|---|---|
| Saarland | 3.695 € | |
| Rheinland-Pfalz | 3.289 € | −406 € |
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Eigenanteil im Pflegeheim im Saarland?
Im ersten Jahr im Schnitt 3.695 € im Monat, im zweiten 3.368 €, im dritten 2.933 € und ab dem vierten Jahr 2.389 €.
Warum ist das Pflegeheim im Saarland so teuer?
Weil alle drei Posten über dem Bundesschnitt liegen, besonders Unterkunft und Verpflegung mit 1.271 € und der Anteil für die Ausbildung von Pflegekräften mit 254 € im Monat.
Ist Rheinland-Pfalz günstiger als das Saarland?
Im Schnitt ja: im ersten Jahr 3.289 € statt 3.695 €, ab dem vierten Jahr 2.229 € statt 2.389 €.
Zahle ich im Saarland mit Pflegegrad 5 mehr als mit Pflegegrad 3?
Nein. Dein Eigenanteil ist für Pflegegrad 2 bis 5 gleich. Mit Pflegegrad 5 zahlt die Kasse 2.096 € statt 1.319 € im Monat an das Heim.