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Betreuungskräfte aus Polen, Rumänien und Osteuropa: So bleibt es legal

Betreuungskräfte aus Polen, Rumänien, Bulgarien oder anderen Ländern der EU dürfen in Deutschland ohne Arbeitserlaubnis arbeiten. Legal wird es aber nur mit einem der drei Modelle: Entsendung über eine Firma, echte Selbständigkeit oder Anstellung bei euch. Über eine Agentur kostet das 2.500 bis 3.500 € im Monat, ohne Zimmer und Essen.

Betreuerin und Seniorin auf einer Parkbank

Wer ohne Erlaubnis arbeiten darf

Alle Bürgerinnen und Bürger der EU dürfen in Deutschland arbeiten, ohne eine Erlaubnis zu beantragen. Das gilt für Kräfte aus Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Kroatien oder dem Baltikum.

Kräfte aus Ländern außerhalb der EU, etwa aus der Ukraine, Moldau oder Georgien, brauchen einen Aufenthaltstitel, der Arbeit erlaubt. Lass ihn dir zeigen, bevor die Kraft anfängt. Fehlt er, drohen auch der Familie Bußgelder.

  • Entsendung: Die Kraft ist bei einer Firma im Heimatland angestellt und dort versichert. Den Nachweis nennt man A1-Bescheinigung. Ihr seid Auftraggeber, nicht Arbeitgeber. Eine entsandte Kraft darf mit A1 bis zu 24 Monate am Stück in Deutschland arbeiten, in der Praxis wechseln die Kräfte viel früher. Kosten 2.500 bis 3.500 € im Monat.
  • Selbständigkeit: Die Kraft hat ein eigenes Gewerbe und stellt eine Rechnung. Das ist nur sauber, wenn sie wirklich selbständig arbeitet, mit eigenen Zeiten und mehreren Auftraggebern. Kosten 2.500 bis 3.500 € im Monat.
  • Arbeitgebermodell: Ihr stellt die Kraft selbst an, mit Vertrag, Anmeldung zur Sozialversicherung in Deutschland und Lohnabrechnung. Kosten 3.000 bis 4.500 € im Monat.

Wie die Modelle im Detail funktionieren, steht unter Modelle der 24-Stunden-Pflege.

Illegal: woran du es erkennst und was droht

Illegal wird es, wenn eine Kraft ohne Vertrag, ohne Anmeldung und ohne Versicherung bei euch arbeitet. Warnzeichen:

  • Bezahlung bar auf die Hand, ohne Rechnung.
  • Keine A1-Bescheinigung und keine Anmeldung.
  • Die Vermittlung läuft über Bekannte, ohne Firma dahinter.
  • Ein Preis unter 2.400 € im Monat, der mit dem Mindestlohn nicht aufgeht.

Fliegt das auf, drohen Nachzahlungen von Sozialbeiträgen und Steuern, oft für Jahre, dazu Bußgelder. Hat die Kraft einen Unfall, können hohe Kosten auf die Familie zukommen. Die Ausgaben lassen sich außerdem nicht von der Steuer absetzen. Und die Kraft selbst ist ohne Schutz bei Krankheit und im Alter.

Was die Kosten treibt

Der Preis hängt weniger am Herkunftsland als an Modell und Sprache. Der stärkste Preistreiber sind die Deutschkenntnisse: Gutes Deutsch kostet 200 bis 400 € mehr im Monat.

  • Auch für Kräfte aus dem Ausland gilt der deutsche Mindestlohn von 13,90 € je Stunde. Nach der Rechtsprechung zählt auch Bereitschaft als Arbeitszeit, wenn die Kraft jederzeit eingreifen muss.
  • Zimmer und Essen stellt ihr, amtlich bewertet mit bis zu 630 € im Monat.
  • Jede An- und Abreise kostet 60 bis 250 €, und die Kräfte wechseln meist alle paar Monate.
  • Manche Agenturen verlangen einmalig 100 bis 600 € für die Vermittlung.

Wie Pflegegeld, Verhinderungspflege und Steuer bei den Kosten helfen, steht unter Finanzierung.

Zusammenleben: Zimmer, Sprache, Pausen

Eine Betreuungskraft lebt mit im Haushalt. Damit das gut geht:

  • Ein eigenes Zimmer mit Tür, Bett, Schrank und Internet, damit sie Kontakt zur Familie halten kann.
  • Feste Arbeitszeiten, tägliche Pausen und freie Stunden, die auch wirklich frei sind.
  • Ein Ansprechpartner aus der Familie, der erreichbar ist und Fragen klärt.
  • Eine Übergabe beim Wechsel der Kräfte, am besten schriftlich.

Die Kräfte sind in der Regel Betreuungskräfte, keine Pflegefachkräfte. Medikamente stellen, Spritzen und Verbände übernimmt ein Pflegedienst, den die Krankenkasse mit ärztlicher Verordnung zahlt. Ans Einnehmen erinnern darf die Betreuungskraft natürlich.

Häufige Fragen

Ist 24-Stunden-Pflege aus Polen legal?

Ja, wenn sie über eines der drei Modelle läuft: Entsendung mit A1-Bescheinigung, echte Selbständigkeit oder Anstellung bei euch mit Anmeldung. Eine Kraft ohne Vertrag und Anmeldung ist Schwarzarbeit.

Was kostet eine Betreuungskraft aus Polen oder Rumänien?

Über eine Agentur mit Entsendung 2.500 bis 3.500 € im Monat, ohne Zimmer und Essen. Mehr als das Herkunftsland machen die Deutschkenntnisse aus, gutes Deutsch kostet 200 bis 400 € mehr.

Was ist die A1-Bescheinigung?

Der Nachweis, dass eine entsandte Kraft in ihrem Heimatland sozialversichert ist. Eine seriöse Agentur legt sie vor Beginn vor. Ohne A1 fehlt der Beleg, dass das Modell sauber ist.

Was droht bei illegaler 24-Stunden-Pflege?

Nachzahlungen von Sozialbeiträgen und Steuern, oft für Jahre, dazu Bußgelder. Bei einem Unfall der Kraft können hohe Kosten auf die Familie zukommen.

Muss der Mindestlohn gezahlt werden?

Ja. Der deutsche Mindestlohn von 13,90 € je Stunde gilt auch für Kräfte aus dem Ausland und für entsandte Kräfte. Deshalb sind sehr günstige Angebote ein Warnzeichen.

Dürfen die Kräfte Medikamente geben oder Spritzen setzen?

Spritzen, Verbände und das Stellen der Medikamente gehören zum Pflegedienst, den die Krankenkasse mit Verordnung zahlt. Die Betreuungskraft darf an die Einnahme erinnern und im Alltag helfen.