Pflegebett für zu Hause: wer es zahlt und wie du es schnell bekommst
Ein Pflegebett bekommst du auf zwei Wegen: mit Rezept über die Krankenkasse, auch ohne Pflegegrad, oder mit Pflegegrad über die Pflegekasse. Meist wird es leihweise gebracht, du zahlst höchstens eine kleine Zuzahlung. Selbst gekauft kostet ein elektrisches Pflegebett 1.000 bis 2.500 €.

| Posten | Preis |
|---|---|
| Pflegebett kaufen, ohne Kasse | 1.000 bis 2.500 € |
| Pflegebett mieten, ohne Kasse, im Monat | 50 € |
Krankenkasse oder Pflegekasse?
Welche Kasse zahlt, hängt am Grund. Wird das Bett wegen einer Krankheit oder Behinderung gebraucht, etwa nach einer Operation, ist es ein Hilfsmittel der Krankenkasse. Dann brauchst du ein Rezept, aber keinen Pflegegrad. Wird es vor allem gebraucht, um die Pflege zu erleichtern, ist es ein Pflegehilfsmittel der Pflegekasse. Dann braucht es einen Pflegegrad, aber kein Rezept.
Für dich ist das weniger wichtig, als es klingt. Kranken- und Pflegekasse sitzen unter einem Dach, du stellst den Antrag bei deiner Kasse, und sie ordnet ihn zu. Empfiehlt der Medizinische Dienst bei der Begutachtung ein Pflegebett und stimmst du zu, gilt das schon als Antrag. Wie der Pflegegrad beantragt wird, steht unter Pflegegrad beantragen.
Schnell nach dem Krankenhaus
Viele brauchen das Bett von heute auf morgen, weil Mutter oder Vater aus dem Krankenhaus kommt. Dann hilft das Entlassmanagement des Krankenhauses. Es kann das Pflegebett verordnen und ein Sanitätshaus beauftragen, damit es am Tag der Entlassung aufgebaut ist. Sprich den Sozialdienst der Station früh darauf an.
Geht es nicht so schnell, kannst du ein Bett für die Übergangszeit mieten. Sanitätshäuser nehmen dafür etwa 50 € im Monat, dazu kommen einmalig Lieferung und Aufbau. Wird das Bett später bewilligt, kann die Kasse ab dem Tag der Bewilligung übernehmen. Frag das Sanitätshaus, ob es das direkt mit der Kasse regelt.
Was ein Pflegebett von der Kasse kann
Die Kasse zahlt ein Standardmodell. Es ist elektrisch in der Höhe und im Kopf- und Fußteil verstellbar, hat Seitengitter gegen das Herausfallen und meist einen Aufrichter, an dem man sich hochziehen kann. Die Liegefläche misst in der Regel 90 mal 200 Zentimeter. Das Bett kommt vom Sanitätshaus, wird aufgebaut und später wieder abgeholt.
Dazu kann Zubehör kommen, etwa Seitenpolster, eine Bettverlängerung, ein spezieller Pflegebetttisch oder eine Matratze gegen Druckgeschwüre. Auch das läuft über Rezept oder Antrag.
Wer ein Bett in Holzoptik, mit breiterer Liegefläche oder mit Aufstehfunktion möchte, zahlt den Aufpreis gegenüber dem Kassenmodell selbst. Soll das Schlafzimmer wohnlich bleiben, ist ein Einlegerahmen eine Möglichkeit, der in ein vorhandenes Bett gesetzt wird.
Die Zuzahlung
Für ein Hilfsmittel der Krankenkasse zahlst du 10 Prozent, mindestens 5 € und höchstens 10 €. Für ein Pflegehilfsmittel der Pflegekasse sind es ebenfalls 10 Prozent, höchstens 25 €. Die Pflegekasse soll technische Hilfen wie das Bett vorrangig leihweise überlassen.
Wer im Jahr mehr als 2 Prozent seines Bruttoeinkommens für Zuzahlungen ausgibt, bei chronisch Kranken 1 Prozent, kann sich von der Krankenkasse befreien lassen. Die Pflegekasse kann in Härtefällen ebenfalls auf die Zuzahlung verzichten.
Lehnt jemand ein leihweise angebotenes Bett ohne zwingenden Grund ab und kauft selbst, trägt er die Kosten ganz. Wer also ein eigenes Bett möchte, klärt das vorher mit der Kasse.
Antrag, Dauer und Rückgabe
- Rezept beim Hausarzt holen oder, wenn ein Pflegegrad besteht, den Antrag bei der Pflegekasse stellen.
- Das Sanitätshaus schickt den Antrag an die Kasse und liefert nach der Zusage.
- Die Kasse hat drei Wochen Zeit, mit Gutachten fünf.
- Das Sanitätshaus baut das Bett auf und zeigt die Bedienung.
Wird das Bett nicht mehr gebraucht, meldest du das dem Sanitätshaus oder der Kasse, dann wird es abgeholt. Verkaufen darfst du ein geliehenes Bett nicht, es gehört der Kasse oder dem Sanitätshaus.
Welche Hilfen es ab Pflegegrad 1 sonst gibt, etwa 42 € im Monat für Verbrauchsmittel wie Handschuhe und Bettschutz, steht unter Pflegehilfsmittel.
Häufige Fragen
Zahlt die Krankenkasse ein Pflegebett?
Ja, mit ärztlichem Rezept als Hilfsmittel, auch ohne Pflegegrad. Du zahlst eine Zuzahlung von höchstens 10 €. Das Bett wird meist leihweise über ein Sanitätshaus gebracht.
Ab welchem Pflegegrad gibt es ein Pflegebett?
Über die Pflegekasse ab Pflegegrad 1. Über die Krankenkasse brauchst du gar keinen Pflegegrad, sondern ein Rezept. Welche Kasse zuständig ist, klärt sie selbst.
Wie lange dauert es, bis das Pflegebett kommt?
Die Kasse hat drei Wochen für die Entscheidung, mit Gutachten fünf. Nach dem Krankenhaus kann das Entlassmanagement das Bett so bestellen, dass es am Entlassungstag da ist. Für die Übergangszeit kann man eines mieten.
Was kostet ein Pflegebett zum Kaufen?
Ein elektrisches Pflegebett kostet 1.000 bis 2.500 €, Spezialbetten mehr. Hätte die Kasse ein Leihbett angeboten, zahlt sie beim eigenen Kauf in der Regel nichts dazu. Frag deshalb vorher nach.
Kann ich ein Pflegebett mieten?
Ja, bei vielen Sanitätshäusern, etwa 50 € im Monat plus Lieferung und Aufbau. Das lohnt sich als Übergang, bis die Kasse entschieden hat.
Muss ich das Pflegebett zurückgeben?
Ja, wenn es leihweise kam. Melde dem Sanitätshaus oder der Kasse, dass es nicht mehr gebraucht wird, dann wird es abgeholt. Dir entstehen dafür keine Kosten.