Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2: wie lange sie geht und was sie kostet
Bei Pflegegrad 2 zahlt die Kasse für Kurzzeitpflege bis zu 3.539 € im Jahr, gemeinsam mit der Verhinderungspflege, für bis zu 8 Wochen. Selbst zu zahlen sind Unterkunft, Essen und Investitionskosten, meist 35 bis 65 € pro Tag. Das halbe Pflegegeld von 173,50 € läuft weiter.

Wann Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2 gebraucht wird
Bei Pflegegrad 2 ist Kurzzeitpflege meist eine Ausnahme. Typische Anlässe sind ein Sturz mit Bruch, nach dem jemand noch nicht allein zurechtkommt, eine Operation oder eine Zeit, in der der pflegende Ehepartner selbst ins Krankenhaus muss. Manche nutzen sie auch, um ein Heim kennenzulernen, bevor ein Umzug ansteht.
Die gepflegte Person wohnt dann für einige Tage oder Wochen in einer Einrichtung mit Pflege rund um die Uhr. Danach geht es zurück nach Hause.
Wie lange die Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2 reicht
Das Gesetz erlaubt bis zu 8 Wochen im Jahr. Ob das Geld so lange reicht, hängt am Pflegesatz der Einrichtung. In den meisten Häusern ist er bei Pflegegrad 2 niedriger als bei höheren Graden, deshalb trägt der Jahresbetrag bei diesem Grad vergleichsweise viele Tage. Ist er aufgebraucht, bevor die 8 Wochen vorbei sind, zahlt die Familie den Rest selbst.
Der Jahresbetrag gilt gemeinsam mit der Verhinderungspflege. Was für Vertretungen zu Hause schon verbraucht ist, fehlt hier.
Kosten pro Tag und Eigenanteil
Eine Kurzzeitpflege kostet im Ganzen meist 80 bis 180 € am Tag. Die Rechnung hat drei Teile:
- Pflege und Betreuung: zahlt die Kasse aus dem Jahresbetrag.
- Unterkunft und Verpflegung: zahlt die Familie.
- Investitionskosten, also der Anteil für Gebäude und Ausstattung: zahlt die Familie.
Der Eigenanteil liegt damit meist bei 35 bis 65 € pro Tag. Er hängt nicht vom Pflegegrad ab, sondern vom Haus und vom Bundesland.
Den Eigenanteil mit dem Entlastungsbetrag decken
Für den Eigenanteil gibt es einen Weg, den viele nicht kennen: Der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat darf für Unterkunft, Essen und Investitionskosten der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Wer ihn bei Pflegegrad 2 einige Monate nicht genutzt hat, hat so ein Polster. Die Einrichtung rechnet direkt mit der Kasse ab, wenn eine Abtretung vorliegt. Mehr dazu unter Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 2.
Einen Platz finden und die Zeit nutzen
Plätze in der Kurzzeitpflege sind knapp, vor allem in den Sommerferien und um Weihnachten. Wer die Pflege für einen Urlaub plant, fragt Monate vorher an. Nach einem Krankenhausaufenthalt hilft der Sozialdienst der Klinik bei der Suche.
Wer bei Pflegegrad 2 schon über einen Umzug nachdenkt, lernt in der Kurzzeitpflege ein Haus von innen kennen. Was ein dauerhafter Platz kostet, steht unter Pflegeheim bei Pflegegrad 2.
Häufige Fragen
Wie lange Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2?
Bis zu 8 Wochen im Jahr, solange der Jahresbetrag von 3.539 € reicht. Er gilt gemeinsam mit der Verhinderungspflege.
Was kostet Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2?
Meist 80 bis 180 € am Tag insgesamt. Die Kasse zahlt die Pflege, du trägst Unterkunft, Essen und Investitionskosten.
Wie hoch ist der Eigenanteil in der Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2?
So hoch wie bei jedem anderen Grad, weil er nur Unterkunft, Essen und Investition umfasst. Typisch sind 50 € pro Tag, je nach Haus mehr oder weniger.
Gibt es während der Kurzzeitpflege Pflegegeld?
Ja, die Hälfte, 173,50 € im Monat, für bis zu 8 Wochen. Am ersten und letzten Tag gibt es den vollen Satz.
Was ist der Unterschied zur Verhinderungspflege?
Kurzzeitpflege findet in einer zugelassenen Einrichtung statt, Verhinderungspflege meist zu Hause. Beide teilen sich den Jahresbetrag.
Was gilt für die alte Pflegestufe 2?
Pflegestufen gibt es nicht mehr. Wer früher Pflegestufe 2 hatte, ist heute mindestens in Pflegegrad 3 und hat denselben Anspruch auf Kurzzeitpflege.