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PflegeanteilZuschuss-Check

Pflege­geld bei Pflegegrad 2: wie viel es gibt und wofür es gedacht ist

Bei Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse 347 € Pflegegeld im Monat, im Jahr sind das 4.164 €. Das Geld geht auf das Konto der gepflegten Person, und sie entscheidet frei, wem sie es für die Hilfe gibt. Voraussetzung ist, dass Familie, Freunde oder Nachbarn die Pflege zu Hause übernehmen.

Ältere Frau mit Tasse am Fenster
Pflegegeld bei Pflegegrad 2 im Jahr4.164 €
Zahlt die Kasse4.164 €
Zahlst du selbst0 €
347 € im Monat. Während Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege läuft die Hälfte weiter, 173,50 € im Monat.

Typische Lage bei Pflegegrad 2

Pflegegrad 2 ist für viele Familien der erste Bescheid, mit dem Geld fließt. Meist lebt die Mutter oder der Vater noch in der eigenen Wohnung, kommt im Alltag aber nicht mehr ganz allein zurecht: Das Duschen klappt nur mit jemandem daneben, der Einkauf ist zu schwer, die Tabletten geraten durcheinander. Oft fahren Tochter oder Sohn zwei- oder dreimal in der Woche vorbei, manchmal übernimmt der Ehepartner den größten Teil.

Genau für diese Hilfe ist das Pflegegeld gedacht. Es ist keine Bezahlung nach Stunden und kein Lohn. Wie es verteilt wird, bleibt der Familie überlassen: Manche geben es der Person, die am meisten hilft, andere legen es für Fahrten, Einkäufe oder kleine Anschaffungen zurück.

Ab wann das Pflege­geld fließt

Das Pflegegeld gilt ab dem Tag, an dem der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist. Kommt der Bescheid erst Wochen später, zahlt die Kasse die Zeit dazwischen nach. Für den ersten Monat gibt es nur den Anteil ab dem Antragstag. Ein kurzer Anruf bei der Kasse reicht, um dieses Datum zu sichern, das Formular kann danach folgen. Den Ablauf beschreibt die Seite Pflegegrad beantragen.

Danach kommt das Geld jeden Monat im Voraus. Damit es weiterläuft, verlangt das Gesetz bei Pflegegrad 2 einmal im Halbjahr einen Beratungsbesuch durch einen Pflegedienst oder eine Beratungsstelle. Die Kasse bezahlt diesen Besuch. Wer ihn verpasst, riskiert eine Kürzung.

Pflege­geld und Pflege­dienst mischen

Viele Familien mit Pflegegrad 2 brauchen nur für eine Sache einen Profi, etwa zweimal in der Woche Hilfe beim Duschen. Dafür muss niemand auf das ganze Pflegegeld verzichten. Der Pflegedienst rechnet mit der Kasse ab, und für den Teil der Sachleistung bei Pflegegrad 2, den er nicht verbraucht, gibt es anteilig Pflegegeld. Nutzt der Dienst ein Viertel seines Budgets, bleiben drei Viertel des Pflegegelds.

Das nennt sich Kombinationsleistung. Die Kasse rechnet sie nach jedem Monat ab, deshalb kommt der Rest des Pflegegelds dann etwas später als gewohnt.

Was zusätzlich zum Pflege­geld zusteht

Pflegegrad 2 bringt mehr als das Pflegegeld, und die anderen Leistungen kürzen es nicht:

  • Entlastungsbetrag: 131 € im Monat für eine anerkannte Haushaltshilfe oder Betreuung, gegen Rechnung.
  • Tagespflege: ein eigenes Budget von 721 € im Monat.
  • Pflegebox: 42 € im Monat für Handschuhe, Desinfektion und Bettschutz.
  • Umbau: bis zu 4.180 € je Maßnahme, etwa für eine Dusche ohne Schwelle.
  • Hausnotruf: 27 € im Monat für das Basisgerät.

Für die helfende Person kann es außerdem Rentenpunkte geben, wenn sie wenigstens 10 Stunden in der Woche an mindestens 2 Tagen pflegt und nicht mehr als 30 Stunden arbeitet. Die Beiträge zahlt die Pflegekasse, Einzelheiten stehen bei der Rente für pflegende Angehörige.

Was bei Pflegegrad 2 oft übersehen wird

Der häufigste Fehler ist, nur das Pflegegeld abzurufen und den Rest liegen zu lassen. Der Entlastungsbetrag verfällt nicht sofort, aber was bis zum 30. Juni des Folgejahres nicht genutzt ist, ist weg. Auch der Jahresbetrag für Ersatzpflege, falls die helfende Tochter selbst krank wird oder Urlaub braucht, bleibt oft unberührt.

Ein zweiter Punkt betrifft die Steuer. Das Pflegegeld ist für die gepflegte Person steuerfrei, und auch Angehörige, die es weitergereicht bekommen, müssen es nicht versteuern. Wer es als Angehöriger aber für sich behält, verliert in der Regel den Pflege-Pauschbetrag von 600 € im Jahr.

Häufige Fragen

Wie viel Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 2?

347 € im Monat, 4.164 € im Jahr. Der Betrag ist für alle gleich, egal ob der Ehepartner, ein Kind oder eine Nachbarin die Pflege übernimmt.

Steigt das Pflegegeld bei Pflegegrad 2 im Jahr 2026?

Nein, für 2026 gibt es keine neue Anhebung, es bleibt bei 347 €. Ob sich der Betrag 2027 ändert, hängt an einer geplanten Reform, die noch nicht beschlossen ist.

Was entspricht der alten Pflegestufe 2?

Die Pflegestufen gibt es nicht mehr. Wer früher Pflegestufe 2 hatte, kam in Pflegegrad 3, mit Demenz in Pflegegrad 4. Pflegegrad 2 entspricht der alten Pflegestufe 1 oder der Stufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Bekommen Kinder mit Pflegegrad 2 Pflegegeld?

Ja, in gleicher Höhe. Bei Kindern wird verglichen, was ein gesundes Kind im selben Alter schon allein kann. Sehr kleine Kinder bis 18 Monate stuft die Kasse einen Grad höher ein. Das Geld verwalten die Eltern.

Kann man Pflegegrad 2 ohne Pflegegeld haben?

Ja. Übernimmt ein Pflegedienst die Hilfe und verbraucht sein ganzes Budget, gibt es kein Pflegegeld mehr. Im Heim fällt es ebenfalls weg. Entlastungsbetrag, Pflegebox und Umbau-Zuschuss bleiben trotzdem.

Wird das Pflegegeld auf das Grundsicherungsgeld angerechnet?

Nein. Pflegegeld zählt weder beim Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) noch bei der Grundsicherung im Alter als Einkommen. Das gilt auch für Angehörige, die es weitergereicht bekommen.