Rollstuhl über die Krankenkasse: so kommt ihr schnell zu einem passenden
Einen Rollstuhl zahlt die Krankenkasse, wenn ein Arzt ihn verordnet, auch ohne Pflegegrad. Du zahlst 10 Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro, und bekommst ihn meist leihweise vom Sanitätshaus. Selbst gekauft kostet ein Standardrollstuhl 200 bis 700 €.

| Posten | Preis |
|---|---|
| Rollstuhl, Kauf ohne Kasse | 200 bis 700 € |
Welcher Rollstuhl für wen
- Standardrollstuhl: faltbar, mit großen Rädern und Greifreifen, für Menschen, die nur zeitweise oder draußen einen Rollstuhl brauchen
- Leichtgewichtrollstuhl: leichter zu heben, etwa ins Auto, wenn eine ältere Angehörige schiebt und lädt
- Aktivrollstuhl: genau angepasst, für Menschen, die viel selbst fahren
- Pflegerollstuhl: mit hoher Rückenlehne, Kopfstütze und verstellbarer Sitzposition, für Menschen, die lange sitzen und sich kaum selbst halten können
- Transportrollstuhl: kleine Räder, wird nur geschoben, für kurze Wege
- XL-Rollstuhl: breitere Sitzfläche und höhere Traglast für schwere Menschen
Die Kasse zahlt die Ausführung, die medizinisch nötig ist. Für einen Leichtgewicht- oder Pflegerollstuhl braucht es eine Begründung auf dem Rezept.
Das Rezept: was draufstehen sollte
Je genauer die Verordnung, desto schneller die Entscheidung. Auf das Rezept gehören die Diagnose, warum der Rollstuhl nötig ist, und die Art des Rollstuhls, etwa Standardrollstuhl oder Pflegerollstuhl. Gut ist ein Satz dazu, wofür er gebraucht wird: für Wege außerhalb der Wohnung, zum Arzt, weil das Gehen nur noch wenige Meter klappt. Körpergröße und Gewicht helfen dem Sanitätshaus beim Aussuchen.
Mit dem Rezept gehst du zu einem Sanitätshaus, das mit eurer Kasse einen Vertrag hat. Welche das sind, sagt die Kasse. Das Sanitätshaus schickt einen Kostenvoranschlag, die Kasse entscheidet in der Regel innerhalb von drei Wochen, mit Gutachten innerhalb von fünf.
Nach dem Krankenhaus muss es schnell gehen
Kommt Mutter oder Vater nach einem Sturz oder einer Operation nach Hause, soll der Rollstuhl schon da sein. Dafür gibt es das Entlassmanagement: Das Krankenhaus kann Hilfsmittel für die Zeit nach der Entlassung verordnen und ein Sanitätshaus beauftragen. Sprich den Sozialdienst der Station an, sobald der Entlassungstermin feststeht.
Wer nur für ein paar Wochen einen Rollstuhl braucht, bekommt ihn trotzdem über die Kasse. Er wird gebracht und nach Ende der Zeit abgeholt. Einen eigenen zu kaufen, lohnt sich dann kaum.
Leihe, Wunschmodell, Mehrkosten
Der Rollstuhl gehört meist nicht dir, sondern der Kasse oder dem Sanitätshaus. Du bekommst ihn geliehen, oft ein aufbereitetes Gerät. Reparaturen, neue Reifen oder ein Tausch bei geändertem Bedarf laufen über das Sanitätshaus und kosten dich nichts extra.
Gefällt dir das Kassenmodell nicht, etwa weil es für den Kofferraum zu schwer ist, gibt es zwei Wege. Entweder der Arzt begründet, warum ein leichteres Modell nötig ist, dann zahlt die Kasse. Oder du wählst es als Wunschmodell und zahlst die Mehrkosten selbst. Das Sanitätshaus muss dir immer auch ein Modell ohne Aufzahlung anbieten.
Wohnung und Bad für den Rollstuhl
Ein Rollstuhl nutzt wenig, wenn die Haustür zwei Stufen hat und das Bad zu eng ist. Prüft deshalb früh die Wege in der Wohnung: Türbreiten, Schwellen, Platz zum Wenden, das Bad. Für Stufen am Eingang gibt es Rampen, für das Bad einen Umbau mit bodengleicher Dusche. Eine feste Rampe und den Badumbau bezuschusst die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 mit bis zu 4.180 € je Maßnahme. Mehr unter Rollstuhlrampe und barrierefreies Bad.
Für das Duschen gibt es eigene Duschrollstühle, die ebenfalls über die Kasse laufen, siehe Duschstuhl.
Häufige Fragen
Was kostet ein Rollstuhl mit Rezept?
Mit Rezept zahlst du nur die Zuzahlung: 10 Prozent, mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Wählst du ein Wunschmodell, kommen die Mehrkosten dazu.
Brauche ich für einen Rollstuhl einen Pflegegrad?
Nein. Ein Rollstuhl ist ein Hilfsmittel der Krankenkasse, dafür reicht ein ärztliches Rezept.
Kann ich einen Rollstuhl ausleihen?
Über die Kasse bekommst du ihn ohnehin meist leihweise. Ohne Rezept verleihen viele Sanitätshäuser Rollstühle gegen eine Gebühr, etwa für eine Reise.
Was kostet ein Rollstuhl ohne Rezept?
Ein Standardrollstuhl kostet 200 bis 700 €. Leichtgewicht-, Aktiv- und Pflegerollstühle kosten deutlich mehr.
Wann kommt ein Elektrorollstuhl in Frage?
Wenn die Kraft in Armen und Händen für einen Greifreifen nicht reicht und die Person trotzdem selbständig unterwegs sein soll. Mehr unter Elektrorollstuhl.
Zahlt die Kasse einen zweiten Rollstuhl?
Nur wenn er begründet nötig ist, etwa ein Modell für drinnen und eines für draußen. Das muss der Arzt auf dem Rezept erklären.