Pflegesachleistung bei Pflegegrad 3: jeden Morgen Hilfe und trotzdem Pflegegeld
Bei Pflegegrad 3 stehen für den Pflegedienst bis zu 1.497 € im Monat bereit. Damit lässt sich in der Regel ein Einsatz an jedem Morgen bezahlen, und es bleibt noch etwas übrig. Für diesen Teil zahlt die Kasse anteilig Pflegegeld.

Der typische Plan bei Pflegegrad 3
Bei Pflegegrad 3 braucht die gepflegte Person meist jeden Tag Hilfe bei der Körperpflege. Viele Familien teilen sich die Arbeit so: Der Pflegedienst kommt morgens zum Waschen und Anziehen, die Angehörigen übernehmen den Rest des Tages und den Abend.
Die Rechnung oben zeigt, dass ein täglicher Einsatz am Morgen bei Pflegegrad 3 ins Budget passt. Was übrig bleibt, reicht zum Beispiel für einen Einkauf pro Woche durch den Dienst oder wird als Pflegegeld ausgezahlt. Für einen zweiten Einsatz an jedem Abend reicht das Budget bei den meisten Preisen nicht mehr ganz.
Pflegegeld und Sachleistung: drei Beispiele
Die Kasse schaut jeden Monat, welchen Anteil der Pflegedienst verbraucht hat, und zahlt den übrigen Anteil als Pflegegeld aus. Bei Pflegegrad 3 sieht das häufig so aus:
- Der Dienst kommt dreimal in der Woche: Er verbraucht etwa ein Drittel, rund zwei Drittel des Pflegegelds von 599 € bleiben.
- Der Dienst kommt jeden Morgen: Er verbraucht den größeren Teil, ein kleinerer Rest des Pflegegelds bleibt.
- Der Dienst kommt morgens und abends: Das Budget ist aufgebraucht, Pflegegeld gibt es nicht mehr, und was darüber liegt, zahlt die Familie.
Genaue Beträge für jeden Anteil liefert der Rechner für die Kombinationsleistung. Weil der Dienst monatlich abrechnet, kommt das anteilige Pflegegeld erst nach der Abrechnung, meist im Folgemonat.
Tagespflege nimmt dem Budget nichts weg
Bei Pflegegrad 3 ist die Tagespflege der zweite große Baustein. Sie hat ein eigenes Budget von 1.357 € im Monat und wird nicht mit der Sachleistung verrechnet. An Tagen in der Tagespflege hilft der Pflegedienst morgens beim Fertigmachen, am Nachmittag holt die Familie ab. So lassen sich Beruf und Pflege oft noch vereinbaren.
Die Rechnung jeden Monat prüfen
Ein Pflegedienst rechnet nach Leistungskomplexen oder nach Zeit ab, je nach Bundesland. Jeden Monat kommt ein Leistungsnachweis, den die gepflegte Person oder ein Angehöriger abzeichnet. Es lohnt sich, ihn wirklich zu lesen: Stehen dort Einsätze, die nicht stattgefunden haben, oder eine große Morgentoilette, wo nur eine kleine gemacht wurde, verbraucht das Budget, das sonst als Pflegegeld ankäme.
Ändert sich der Bedarf, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, wird der Pflegevertrag angepasst. Der Dienst muss vorher schriftlich sagen, was die Änderung kostet.
Was Pflegende bei Pflegegrad 3 übersehen
Mit dem Pflegedienst ändern sich zwei Dinge für die Angehörigen. Die Rentenbeiträge, die die Pflegekasse für sie zahlt, fallen etwas niedriger aus als bei reinem Pflegegeld. Dafür entfällt die Pflicht zum Beratungsbesuch, weil ohnehin eine Fachkraft ins Haus kommt. Was die Pflege für die eigene Rente bringt, steht unter Rente für pflegende Angehörige.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Sachleistung bei Pflegegrad 3?
Bis zu 1.497 € im Monat, 17.964 € im Jahr. Der Betrag gilt 2026 unverändert.
Bekommt man bei Pflegegrad 3 Pflegegeld und Sachleistung?
Ja, als Kombination. Den Anteil, den der Pflegedienst nicht verbraucht, zahlt die Kasse im gleichen Verhältnis als Pflegegeld aus.
Reicht die Sachleistung bei Pflegegrad 3 für jeden Tag?
Für einen Einsatz am Morgen meistens ja. Zwei Einsätze am Tag übersteigen das Budget in der Regel, der Rest ist dann selbst zu zahlen.
Zählt die Tagespflege auf die Sachleistung an?
Nein. Die Tagespflege hat bei Pflegegrad 3 ein eigenes Budget von 1.357 € im Monat. Sie kürzt weder Sachleistung noch Pflegegeld.
Kann ich einen Teil der Sachleistung für eine Haushaltshilfe nutzen?
Ja, bis zu 40 Prozent für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Dieser Teil fehlt dann beim anteiligen Pflegegeld.