Pflegeheim finden: in sechs Schritten zum passenden Platz
Ein Pflegeheim findest du am schnellsten über die Heimsuche der Pflegekassen, den Pflegestützpunkt und den Sozialdienst im Krankenhaus. Frag mehrere Heime gleichzeitig an, denn Wartelisten sind üblich. Wenn es eilt, ist eine Kurzzeitpflege oft der Einstieg in ein Haus.

Schritt 1: Klären, was gebraucht wird
Bevor die Suche beginnt, hilft eine kurze Liste. Welcher Pflegegrad liegt vor oder ist beantragt? Gibt es eine Demenz mit Weglaufneigung, die einen geschützten Bereich nötig macht? Werden Sonde, Beatmung oder besondere Pflege gebraucht? Soll das Heim nah bei der Mutter liegen, nah bei den Kindern oder in ihrem alten Viertel? Und welches Budget ist realistisch?
Ohne Pflegegrad zahlt die Kasse im Heim nichts. Ist noch keiner festgestellt, gehört der Antrag an den Anfang, siehe Pflegegrad beantragen.
Schritt 2: Heime suchen
- Die Pflegekassen haben Suchseiten im Netz mit allen zugelassenen Heimen, ihren Preisen und Prüfergebnissen, etwa den Pflegenavigator, den Pflegelotsen und den PflegeFinder.
- Der Pflegestützpunkt und die Pflegeberatung der Kasse kennen die Heime vor Ort und wissen oft, wo gerade Plätze frei werden.
- Im Krankenhaus übernimmt der Sozialdienst die Suche, wenn die Entlassung ansteht.
- Hausärzte und Pflegedienste wissen, wie Heime in der Umgebung arbeiten.
Schritt 3: Preise vergleichen
Die Preise unterscheiden sich zwischen Heimen im selben Ort oft deutlich. Vergleichen lässt sich am besten der Eigenanteil im ersten Jahr, also Pflegeanteil, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten nach Abzug dessen, was die Kasse zahlt. Im Bundesschnitt sind das 3.364 € im Monat. Dazu kommen Zusatzleistungen und Geld für persönliche Ausgaben wie Friseur oder Fußpflege. Die schriftliche Aufstellung muss das Heim vor dem Vertrag ohnehin geben.
Wer absehbar Hilfe vom Sozialamt braucht, fragt auch, ob das Heim eine Vereinbarung mit dem Sozialhilfeträger hat. Sonst übernimmt das Amt womöglich nicht die vollen Kosten.
Schritt 4: Besichtigen und fragen
Eine Besichtigung zeigt mehr als jede Liste. Gut ist ein Besuch am Vormittag oder zur Mittagszeit, wenn viel los ist. Fragen, die sich lohnen:
- Wie viele Pflegekräfte sind tagsüber und nachts auf dem Wohnbereich?
- Gibt es Einzelzimmer, und dürfen eigene Möbel mit?
- Wie läuft ein normaler Tag, welche Angebote gibt es?
- Wie geht das Haus mit Demenz um, gibt es einen geschützten Bereich?
- Wie kommen Arzt, Zahnarzt und Therapie ins Haus?
- Wie oft wechselt das Personal, arbeitet das Haus mit Leihkräften?
- Wie werden Angehörige einbezogen, gibt es einen Bewohnerbeirat?
Auch der Eindruck zählt: Riecht es frisch, sind Bewohner angezogen und im Gemeinschaftsraum, wird freundlich mit ihnen gesprochen?
Schritt 5: Warteliste und Kurzzeitpflege
Viele Heime haben Wartelisten. Es ist üblich, sich bei mehreren Heimen gleichzeitig anzumelden und regelmäßig nachzufragen. Wer dringend einen Platz braucht, etwa nach dem Krankenhaus, findet oft über eine Kurzzeitpflege den Weg ins Haus. Manche Heime vergeben frei werdende Dauerplätze gern an Gäste, die sie schon kennen. Wie das bei hohem Pflegebedarf läuft, steht unter Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 4.
Schritt 6: Vertrag und Umzug
Vor der Unterschrift steht der Heimvertrag. Er sollte in Ruhe gelesen werden, am besten mit einer zweiten Person. Welche Punkte darin wichtig sind, steht unter Heimvertrag. Für den Umzug helfen eine Liste der Medikamente, Kopien wichtiger Unterlagen, beschriftete Kleidung und ein paar vertraute Dinge, etwa Fotos oder ein Sessel.
Zieht die Mutter in ein Heim in der Nähe der Kinder, auch in einem anderen Bundesland, bleibt für die Hilfe zur Pflege das Sozialamt ihres bisherigen Wohnorts zuständig.
Häufige Fragen
Wo finde ich freie Pflegeheimplätze?
Über die Heimsuche der Pflegekassen, beim Pflegestützpunkt und durch direkte Anrufe bei den Heimen. Freie Plätze ändern sich täglich, deshalb lohnt regelmäßiges Nachfragen.
Wie lange wartet man auf einen Heimplatz?
Das ist sehr unterschiedlich, von wenigen Tagen bis zu vielen Monaten. Wer sich bei mehreren Heimen anmeldet und bei der Lage flexibel ist, findet meist schneller einen Platz.
Kann meine Mutter in ein Heim in meiner Nähe ziehen?
Ja, die Wahl des Heims ist frei, auch in einem anderen Bundesland. Die Kasse zahlt überall denselben Betrag, nur die Eigenanteile unterscheiden sich je nach Land.
Woran erkenne ich ein gutes Pflegeheim?
An genug Personal, wenig Wechsel im Team, gepflegten und beschäftigten Bewohnern und einem offenen Umgang mit Angehörigen. Die Berichte der Qualitätsprüfung geben zusätzliche Hinweise.
Wer hilft bei der Suche nach einem Pflegeheim?
Der Pflegestützpunkt, die Pflegeberatung der Kasse und im Krankenhaus der Sozialdienst. Die Beratung kostet nichts.