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PflegeanteilZuschuss-Check

Pflegegrad nach Schlaganfall: Was in den ersten Wochen zu tun ist

Nach einem Schlaganfall hängt der Pflegegrad davon ab, was nach Klinik und Reha im Alltag dauerhaft nicht mehr allein geht. Den Antrag kannst du schon im Krankenhaus stellen, der Sozialdienst hilft dabei. Ist die Versorgung nach der Entlassung sonst nicht gesichert, muss die Begutachtung innerhalb einer Woche stattfinden.

Tochter im Gespräch mit ihrer Mutter

Antrag aus dem Krankenhaus oder der Reha

Oft ist nach einem Schlaganfall schnell klar, dass es zu Hause nicht wie vorher weitergeht. Dann lohnt der Antrag sofort, noch in der Klinik. Die Begutachtung findet in Klinik oder Reha statt, innerhalb einer Woche, wenn die weitere Versorgung davon abhängt. Manchmal wird dabei erst vorläufig eingestuft und später zu Hause genauer begutachtet.

Leistungen gibt es ab dem Monat, in dem der Antrag eingeht. Kommt der Bescheid erst Wochen später, wird rückwirkend gezahlt. Wie der Antrag geht, steht unter Pflegegrad beantragen.

Leichter Schlaganfall: Pflegegrad 1 oder gar keiner?

Nach einem leichten Schlaganfall erholen sich manche Menschen in wenigen Wochen weitgehend. Dann gibt es keinen Pflegegrad, weil die Einschränkungen nicht mindestens sechs Monate bestehen. Für die Zeit direkt nach der Entlassung zahlt die Krankenkasse mit ärztlicher Verordnung häusliche Krankenpflege, eine Haushaltshilfe oder eine Kurzzeitpflege.

Bleiben kleinere Folgen, etwa Unsicherheit beim Gehen, eine schwache Hand oder Probleme mit der Konzentration, kann Pflegegrad 1 herauskommen. Das bringt noch kein Pflegegeld, aber 131 € Entlastungsbetrag im Monat, den Zuschuss zum Hausnotruf und bis zu 4.180 € für einen Umbau.

Wo die Folgen Punkte bringen

Ein Schlaganfall kann fast alle Module treffen, je nachdem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist:

  • Mobilität: Lähmung einer Seite, Umsetzen vom Bett in den Rollstuhl, Gehen, Treppen.
  • Selbstversorgung: Waschen und Anziehen mit einer Hand, Essen schneiden, Schlucken, Toilette. Eine neue Inkontinenz zählt eigens.
  • Geistige Fähigkeiten und Verständigung: Sprachstörungen, wenn jemand sich nicht mehr mitteilen oder Gesprächen folgen kann. Wer Gefahren auf einer Seite nicht mehr wahrnimmt, braucht Aufsicht.
  • Verhalten und Psyche: gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Ängste, Unruhe.
  • Krankheit und Therapie: Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie mit Begleitung, Medikamente, Blutdruck messen.

Weil so viele Bereiche betroffen sein können, reicht die Spanne von keinem Pflegegrad bis Pflegegrad 5.

Nach der Reha neu hinschauen

In den Monaten nach einem Schlaganfall verändert sich viel. Therapien bringen Fortschritte, manchmal verschlechtert sich der Zustand auch, etwa nach einem weiteren Schlaganfall. Passt der Pflegegrad nicht mehr, kannst du jederzeit einen Antrag auf Höherstufung stellen. Umgekehrt kann die Kasse nach einiger Zeit eine neue Begutachtung ansetzen.

Führe vor jeder Begutachtung zwei Wochen lang ein Tagebuch. Leg Entlassbriefe aus Klinik und Reha, Therapieberichte und den Medikamentenplan bereit. Beschreib auch die Nacht und die Zeiten, in denen niemand da ist.

Die Wohnung vorbereiten und Hilfen nutzen

Vor der Entlassung stellen sich praktische Fragen. Diese Leistungen helfen:

  • Bis zu 4.180 € je Umbau, zum Beispiel für ein barrierefreies Bad, Haltegriffe oder eine Rampe. Den Zuschuss beantragst du vor dem Auftrag.
  • Pflegebett, Rollstuhl und Duschstuhl als Hilfsmittel, oft schon aus der Klinik verordnet.
  • Kurzzeitpflege als Übergang, wenn es zu Hause noch nicht geht, aus dem Jahresbetrag von 3.539 €.
  • Pflegegeld zwischen 347 € und 990 € im Monat, je nach Grad, oder ein Pflegedienst über die Sachleistung.

Angehörige dürfen bis zu 10 Arbeitstage der Arbeit fernbleiben, um die Pflege zu organisieren, und bekommen dafür Pflegeunterstützungsgeld.

Häufige Fragen

Welchen Pflegegrad bekommt man nach einem Schlaganfall?

Jeder Grad ist möglich, auch keiner. Es kommt darauf an, was nach Klinik und Reha dauerhaft nicht allein geht: Bewegung, Selbstversorgung, Sprache, Denken. Eine feste Zuordnung gibt es nicht.

Wann sollte man den Pflegegrad nach einem Schlaganfall beantragen?

So früh wie möglich, am besten noch im Krankenhaus. Leistungen gibt es ab dem Monat des Antrags, und wenn die Versorgung sonst nicht gesichert ist, muss die Begutachtung innerhalb einer Woche stattfinden.

Bekommt man nach einem leichten Schlaganfall einen Pflegegrad?

Nur, wenn Einschränkungen voraussichtlich mindestens sechs Monate bleiben. Erholt sich jemand schnell, hilft eher die Krankenkasse mit häuslicher Krankenpflege oder einer Haushaltshilfe.

Was zahlt die Kasse bei Pflegegrad 3 nach einem Schlaganfall?

Pflegegeld von 599 € im Monat oder bis zu 1.497 € für einen Pflegedienst, dazu 131 € Entlastungsbetrag, Tagespflege bis 1.357 € und bis zu 4.180 € je Umbau.

Was passiert mit dem Pflegegrad, wenn die Reha gut anschlägt?

Er bleibt zunächst bestehen. Die Kasse kann später neu begutachten lassen und den Grad anpassen. Geht es schlechter, stellst du selbst einen Antrag auf Höherstufung.